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Orsinos Lied 11.04.2010

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V.A. The Harmonica Playboys la paloma # 4 4
Trikont 2000 04270
www.trikont.de
Orsino-Jingle
Da die Musik der Liebe Nahrung ist, sollt Ihr hier und jetzt ein abwechslungsreiches Menü mit Zutaten aus aller Herren und Damen Länder serviert bekommen.
Herzlich Willkommen zur Weltmusiksendung beim Querfunk. Herzlich Willkommen zu Orsinos Lied. Herzlich Willkommen mit einer La Paloma-Version der US- amerikanischen Harmonica Playboys sagt Orsino.
Es erwarten Euch in der kommende Stunde unter anderem musikalische Köstlichkeiten aus Japan, Indonesien und Kuba. Schau an - Musik präsentiert eine DVD des Videokünstlers Henry Hills.
Und heute mal ganz besonders und völlig außer der Reihe einen "Ehren Goldenen Orsino" mit dessen Verleihung es nun auch gleich los geht.
Mit einer Doppel-CD, die schlicht den Titel 40 trägt, feiert die wichtigste und einflußreichste deutsche Weltmusikband ihr 40-jähriges Jubiläum:
Embryo. Embryo ist mehr als ein Band. Embryo ist seit 40 Jahren ein besondere Art Akademie des freien Geistes, in dem mehr als 400 Musiker aus aller Welt spielten. Jazzer wie Mal Waldron und Charlie Mariano gehören genau so dazu wie Rockmusiker Franz-Ferdinand-Gitarrist Nick McCarthy und natürlich die Dissidenten. Embryo trugen den Krautrock mit Jazzattüde in die Welt und spielten mit afrikanischen, arabischen, indischen und asiatischen Musikern. Immer auch, um sich von deren Stilen beeinflußen zu lassen. Die Doppel-CD 40 greift in die Vollen und zeigt beeindruckend den Weg, den Embryo in den letzten vier Jahrzehnten gegangen sind. Hört aus der Anfangsphase - aus dem Jahr 1971 - den Titel 1000 Feets, der wenig später zu einem der wenigen Radiohits der Band wurde. Der darauf folgende Song entstand Ende der 70-er Jahre in Kabul. Dort spielten Embryo mit dem legendären Ustad Mohammed Omar. Die dritte Aufnahme ist zwei Jahre alt und läßt hören, wie es klingt, wenn Embyro sich der Musik ihrer eigenen Heimat zuwenden und mit dem Münchner Alphornkollektiv auftreten.
Öffnet nun also Eure Herzen und Ohren für Embryo.
Embryo 40 I/4 + I/10 + II/15
Trikont 2010 LC 04270
www.trikont.de
Von den umtriebigen deutschen Weltmusikveteranen Embryo zu einem nicht minder umtriebigen kubanischen Pianisten: Omar Sosa. In Sardinien setzte Sosa mit dem Gitarristen Battista Giordano und den Tenores di Oniferi das Projekt Islanos um. Da diese aussergewöhnliche musikalische Begegnung live eingespielt wurden, lässt sich sehr gut hören, wie sich das Publikum von der kubanisch-sardischen Melange verzücken lässt.
Omar Sosa, Battista Giordano & Tenores die Oniferi isolanos live 4
Sardmusic 2008 GEMA
www.sardmusic.com
The Ongaku Masters modern japan 4
Celestial Harmonies LC 07869
www.harmonies.com
Koga Michiyo spielt seit ihrem 3. Lebensjahr die japanische Zither Koto.
Obschon viel mit internationalen Musikern unterwegs, blieb sie auch ganz tief in der traditionellen Musik ihrer Heimat verwurzelt. Das verklungene Stück stammt von der CD The Ongaku Masters - Modern Japan, die Koga Michiyo mit eingespielt hat.
Cibelle stammt aus Brasilien, kann mit einer bezaubernden Stimme aufwarten und ihr scheint ein ganz spezielles Feuer in den Adern zu fließen. Gerade hat Cibelle ihr drittes Album veröffentlicht. Las Venus Resort Palast Hotel klingt wie ein aberwitziger Soundtrack zu einem in den Tropen angesiedelten Punk-Cabaret. Cibelle bewegt sich immer mehr in den innovativen Regionen einer Björk und lädt lasziv zur finalen Weltuntergangsparty ein.
Cibelle las venus resort palace hotel 2
Crammed 2010 GEMA
www.crammed.be
Tarantavirus lu ragno arrichito 10
11-8 Rec 2010 GEMA
www.11-8reocrds.com
Der Trompeter Cesare dell'Anna gehört zu den schillerndsten Musikern des Salento, des Stiefelabsatzes Italiens. Mit Tarantavirus präsentiert Cesare dell'Anna seine abgefahrene Idee von Techno, der auf Jazz und traditionelle süditalienische und nordafrikanische Volksmusik trifft. Mit einem großes Ensemble hat Cesare dell'Anna diese Projekt live eingespielt und als Tarantavirus veröffentlicht.
Bleiben wir noch ein bisschen elektronisch und kommen zu zwei Musikerinnen, die sich sozusagen die CD City Splits Nr. 1 Berlin teilen. Golden Disco Ship ist die 27-jährige Theresa Stroetges, die mit ihren Soundcollagen seit drei Jahren in der Bundeshauptstadt unterwegs ist. Jasmina Machina hat es von Australien nach Berlin verschlagen und auch sie zaubert mit elektronischer Hilfe ganz einzigartige Klanglandschaften. City Splits Nr. 1 Berlin ist eine ziemlich abgefahrene Scheibe, die genau das richtige ist für Menschen mit weit offenen Ohren.
Golden Discó Ship & Jasmina Machina city splits nr. 1 berlin 5 + 9
Monika 2010 GEMA
www.monika- enterprise.de
Nach so einer geballten Ladung Elektronica zu einer geballten Ladung hochkomplexer Gamelan-Musik aus Indonesien. Für europäische Ohren ist die klassische Musik Javas immer noch ein Buch mit sieben Siegeln. Die indische Klassik hat es durch Musiker wie Ravi Shankar und deren Einfluß auf die Rockmusik geschafft, zumindest ansatzweise Einzug in die Hörgewohnheiten des Westen zu erhalten. Leider ist dies mit Gamelan-Musik ganz und garnicht so, obwohl schon Claude Debussy von diesen Klängen verzaubert und beeinflußt wurde. Heute gibt uns jedoch zum Glück die global agierende Musikindustrie die Chance, relativ einfach an Musik aus anderen Weltregionen zu gelangen. Die ausgezeichnete Reihe Gamelan of Central Java hat es sich zur Aufgabe gemacht, uns in die Geheimnisse der traditionellen Schlagwerkorchester einzuweihen. Die Alben Pangkur One und Two lassen uns teils sehr selten gehörte Vertonungen von althergebrachten Poemen hören.
V.A. Ensemble ISI Surakarta gamelan of central java - XII pankure one 3
Felmay 2010 BEMA
www.gamelan.to
Roy Nathanson subway moon 1
Yellowbird 2009 LC 18386
www.yellowbird-records.com
Mit seinem Album Subway Moon entführt uns Saxophonist und Poet Roy Nathanson tief in den Dschungel des New Yorker Untergrunds, der genauso multiethnisch klingt wie die Menschen es sind, die sich darin bewegen. Da treffen afrikanische Rhythmen auf Klezmer, Blues auf Spoken Poetry, Chansons auf Bigband-Passagen. Nathansons Subway Moon ist kein Hörspiel, sondern ein tonales Filmerlebnis - nur eben ohne Bild.
Auch die Rubrik Schau an - Musik kann Euch hier im Radio leider keine Bilder liefern, aber ich kann Euch erzählen, welche Musik-DVDs das Anschauen wert sind. Zum Beispiel dies des US-Amerikaners Henry Hills, der wie Nathanson im Meltingpot New York beheimatet ist. Hills' experimentelle Filme bebildern sowohl die Musik der Avantgarde-Szene um John Zorn als auch auf ganz eigene Art Gamelanmusik im Bali Mécanique. Die vielen sich kreuzenden Rhythmen setzt Hill in einen waren Bilderrausch um.
Henry Hills DVD selected films 1977-2008
Tzadik 2009
www.tzadik.com
Kelpie live 11
Westpark 2010 LC 07535
www.westparkmusic.de
Als Duo Kelpie haben sich Kerstin Boldig und Ian Melrose zusammengetan, um - wie sie es nennen - keltisch-skandinavische Weltmusik zu machen. Dies gelingt ihnen sehr erfolgreich und nun beweisen sie mit dem Album Live, das ihr norwegisch-schottische Klanggewitter auch gut von der Bühne kommt.
Aus den Niederlanden stammt das Quinteto Tango Extremo. Das bei dem Namen nicht nur mit Tanztee-Musik zu rechnen ist, liegt auf der Hand. Das Quinteto Tango Extremo ist auf ihrer neusten, ihrer dritten CD Érase una vez sowohl mit Stücken vom Altmeister Piazzolla als auch neuen, speziell für sie komponierten Lieder zu hören. Und auch Hector Villa-Lobos, der bekannteste Komponist der brasilianischen Klassik, liefert Vorlagen zur exzentrisch-schönen Musik vom Quinteto Tango Extremo.
Quinteto Tango Extremo érase una vez 13
Maxanter 2010 GEMA
www.maxanter.nl
Zum Schluß: Kiémsa. Die wilde Truppe aus Nantes im Westen Frankreichs mixt Folkpunk mit wilden Bläsersätzen und holen sich auch schon mal von arabische Seite Verstärkung ins Studio, um Mr. Sarkosy zu zeigen, wie es in Frankreich wirklich aussieht. Wie das klingt? Hört selbst! Kiémsa mit einem Stück von ihrer sinngebend betitelten Scheibe: Eaux Troubles.
Ich muß ich mich damit auch leider schon wieder verabschieden. Mehr Infos zu den vorgestellten Platten und Musikern findet ihr im Internet unter www.querfunk.de Orsino verabschiedet sich auf Hebräisch: lehitraot und denkt daran: gute Musik gib es überall, haltet die Herzen und Ohren offen!
Kiémsa eaux troubles 3
MH 2007
www.kiemsa.com