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QUERFUNK 104,8 MHz
Freies Radio Karlsruhe |
Orsinos Lied 14.03.2010
Studio 0721 / 38 50 30 |
V.A. Cyril Lefebvre et son Ensemble Moderne la paloma # 3 5
Trikont 1997 LC 04270
www.trikont.de
Da die Musik der Liebe Nahrung ist, will ich Euch in der kommenden Stunde
ein abwechslungsreiche Menü mit Zutaten aus aller Herren und Damen Länder
servieren.
Herzlich Willkommen zur Weltmusiksendung beim Querfunk: Herzlich Willkommen
zu Orsinos Lied. Herzlich Willkommen mit einer La Paloma-Version aus
Frankreich sagt Orsino.
Es warten Euch in der kommende Stunde unter anderem musikalische
Köstlichkeiten aus Afghanistan, Japan und Brasilien. Der Goldene Orsino
geht an den Italiener Jamu für seine Produktion Massimoferrante.
Die stark vom hawaiischen Gitarrenspiel inspirierte La-Paloma-Version
stammte von Cyril Lefebvre und seinem Ensemble Moderne. Weiter geht's mit
einem musikalischen Dreierpack, in dem westliche Rock- und Jazzmusiker mit
afrikanischen Künstlern kooperieren.
Der Engländer Justin Adams ist ein Freund der lautstarken E-Gitarre und
gleichzeitig ein musikalischer Weltenbummler. Auf seinen Reisen traf er auf
Juldeh Camara, einen Griot aus dem westafrikanischen Gambia. Tell no lies
heißt ihrer gemeinsame CD, die zu den afrikanischen Wurzeln des Blues
führt.
Sie waren und sind eine der wichtigsten Weltmusikbands aus Deutschland: die
Dissidenten. Seit dreißig Jahr sind sie unterwegs und haben ihre aktuelle
Scheibe, wie der Titel - Tanger Sessions - schon sagt, in Marokko
aufgenommen. Unterstützt von der Band Jil Jilala lassen es die Dissidenten
gehörig krachen.
Der Sänger Michel Ongaru stammt aus Kenia und hat gemeinsam mit dem
multiethnischen Jazz-Dub-Projekt The Embassadors mit Healing the Music ein
schlichtweg genial Platte produziert. Ich gebe zu, ganz und gar dem Sound
der Embassadors verfallen gelassen. Produziert wurde die Scheibe in einem
Hotel in Nairobi und ist vielleicht gerade deshalb so intim und voller
Spielfreude.
Öffnet nun also Eure Ohren und Herzen für Justin Adams & Juldeh Camara, die
Dissidenen mit Jil Jilala und schließlich The Embassadors featuring Michel
Ongaru.
Justin Adams & Juldeh Camara tell no lies 9
Realworld 2009 LC 03098
www.realworldrecords.com
Dissidenen & Jil Jilala tanger sessions 2
Exil 2008 LC 08972
www.dissidenten.com
The Embassadors feat. Michel Ongaru healing the music 10
Nonplace 2008 LC 10909
www.nonplace.de
Es ist schon sehr bezeichnend für Deutschland, dass wir seit nunmehr 8
Jahren Soldaten nach Afghanistan schicken, die Politiker hier jedoch nicht
von einem Krieg sprechen und wir von der Kultur dieses Landes so gut wie
nicht, aber auch gar nichts wissen. Einer der bedeutendsten Musiker vom
Hindukusch war und ist Ustad Mohammad Omar. Der Mitschnitt eines Konzertes,
das er 1974 in Seattle gab, zählt für mich zu den schönsten Scheiben mit
afghanischer Musik. Virtuoso From Afghanistan heißt die CD treffender Weise
und lässt hören, mit welcher unglaublichen Präzision und gleichzeitig
großer Zartheit der leider schon 1980 verstorbene Ustad Mohammad Omar seine
Laute Rubab zu spielen verstand.
Ustad Mohammad Omar virtuoso from afghanistan 5
Smithsonian Folkways 2002 LC 09628
www.folkways.si.edu
Sublime & Jun Miyake ludic 10
Yellowbird 2010 LC 18386
www.yellowbird-records.com
Tja was war das, mögen sich gerade einige gefragt habe: Sublime und Jun
Miyake. Die eine ist eine in Tokio lebende französische Sängerin mit einer
unglaublich grazilen Stimme. Der zweite ist ein in Paris lebender
japanischer Trompetenspieler, der mit seiner stilistischen Vielfalt ein
immer größer werdendes Publikum verzaubert. Das verrückt-abwechslungsreiche
Album Ludic von Sublime und Jun Miyake vereint Jazz, Chanson, Weltmusik und
Pop auf ganz entspannte Weise.
Alpine Folktronic - diese Stilbezeichnung wurde speziell erfunden für
Binder und Krieglstein. Und wer das Album New Weird Austria hört, weiß was
gemeint ist. Binder und Krieglstein, übrigens kein Duo sondern Rainer
Binder-Krieglstein aus Graz, griff tief in die Kiste alpiner Volksmusik, um
seine ganz eigenen Ideen mit dadaistischem Humor und einigen
Musikerfreunden umzusetzen.
Binder und Krieglstein new weird austria 1
Essay 2010 LC 13406
www.essayrecordings.com
Lionel Loueke mwaliko 1
Blue Note 2010 LC 00110
www.bluenote.com
Ja das war sie: Angelique Kidjo, die große Sängerin aus Westafrika, zu
hören an der Seite eines der hochgelobtesten Jazzgitarristen Lionel Loueke.
Wie Kidjo stammt Loueke aus Benin und auch er hat es aus dem Nichts an die
Weltspitze geschafft. Lionel Louekes aktuelles Album heißt Mwaliko und
bietet Afro-Jazz vom feinsten.
Auch sie hat afrikanische Wurzeln und steht nun auf den Bühnen der Welt:
Somi. Die charismatische Sängerin zelebriert ihre Songs in Englisch und
drei verschiedenen ostafrikanischen Sprachen. Genauso multistilitisch sind
auch die Titel von Somis drittem Album. Auf If the Rains comes first finden
sich popige Songs genauso wie jazzige Balladen und Unterstützung dafür
bekommt Somi unter anderem von Afro-Jazz-Trompeter Hugh Masakela und Pink-
Floyd-Gitarristen David Gilmore. Somi!
Somi if the rains comes first 9
Obliq Sound 2009 LC 12269
www.obliqsound.com
Amparo Sanchez Tucson-habana 6
Wrasse 2010 GEMA
www.wrasserecords.com
Die Taz nannte sie die Königin des Mestizo: Amparo Sanchez. Einst Frontfrau
der Band Amparanoia bewegt sich die spanische Sängerin nun auf Solopfaden.
Der Titel ihres neusten Albums Tucson-Habana zeigt, wohin die Reise geht.
In Tucson traf sie auf die Band Calexico, die mit ihrer Mariachi-Country
den Sound des Albums prägt. Habana steht - natürlich - für die Musik Kubas
und den dritten großen Namen, der die Scheibe prägt: Omara Portuondo. Somit
ist "Tucson-Habana" von Amparo Sanchez eine perfekte Mischung aus
Wüstenmelancholie und kubanischer Leichtigkeit.
Mit der Geige unterwegs ist Line Kruse, meist und wohl am erfolgreichsten
als Mitglied des Gotan Project. Das aktuelle Solo-Album der Dänin ist
stilistisch breiter gefächert: neben Tango gibt es brasilianische und
kubanische Einflüsse, und Jazz spielt eine große Rolle. Line Kruse!
Line Kruse dream 10
Stunt 2009 GEMA
www.sundance.dk
Jessica Pavone songs of synastry and solitude 11
Tzadik 2009 LC 01221
www.tzadik.com
Sie ist eine der umtriebigsten Musikerinnen der New-Yorker-Avantgarde-
Szene: Jessica Pavone. Mit Songs of Synastry und Solitude hat die
Geigerinnen ein wunderbares, kammermusikalisches Streichquartett Album
veröffentlicht. In den 11 lyrischen Liedern bezieht sich Jessica Pavone auf
Leonard Cohens legendäres Album Songs of Love an Hate und kann ihrem
Vorbild durch aus das Wasser erreichen.
Ebenfalls Streichermusik, aber im Breitwandformat, bietet das Frankfurter
Quartet Mi Loco Tango. Breitwand im Wortsinne, denn unter dem Titel Il
Cinema. Il Paradiso präsentieren sie Klassiker der Filmmusik - auf ihre Art
durch die Tangomangel gedreht. Special Guest von Mi Loco Tango ist Franco
de Gemini, der Mann mit seinem Mundharmonikaspiel Filmgeschichte schrieb.
Welche Film: hört selbst!
Mi Loco Tango presents Italian film music 2
Essay 2009 LC 13406
www.essayrecordings.com
Tania Maria with The Frankfurt Radio Bigband it's only love - live 1
BHM 2010 LC 14403
www.bhmproductions.com
Es ist kaum zu glauben: Tania Maria ist 72 Jahre alt, aber läßt es mit der
Frankfurter Radio Bigband live Funken sprühen, daß es nur so ein Freude
ist. Für die Pianistin und Sängerin ist It's only love das 26. Album, doch
Tania Maria klingt jung und frisch, als wäre sie einem Jungbrunnen
entsprungen.
In diesen scheint auch John Zorn immer wieder zu steigen, um Kraft zu
schöpfen für seine Kompositionsanfälle. Die Ideen sprudeln nur so aus dem
New Yorker, der als Musiker, Label-Chef und Buchautor - einer der
wichtigsten Stimmen der jüdischen zeitgenössischen Musik ist. Die Alhambra
Love Songs zeigen die ganz zarte Seite von John Zorn und Rob Burger am
Piano, Bassist Greg Cohen und Schlagzeuger Ben Perowsky wissen sie
stimmungsvoll anzurichten.
John Zorn alhambra love songs 11
Tzadik 2009 LC 01221
www.tzadik.com
Der Goldene Orsino geht heute nach Süditalien an Massimo Ferrante für seine
Produktion Jamu. Bekannt wurde der Kalabrier unter anderem als Sänger der
Daniele Sepe Band. Doch Jamu ist mittlerweile sein drittes Solo-Album.
Ferrante liebt die Kontraste: mal bringt er mit akustischer Gitarre
süditalienische Balladen zum Vortrag, mal zaubert er mit der Saz die Klänge
der Orients hervor, mal läßt er es mit E-Gitarre in Folk-Rock-Manie
dröhnen. Soll diese Platte in einem Wort zusammengefasst werden, dass passt
eigentlich nur: Weltmusik. Und dafür hier und jetzt der Goldene Orsino für
Massimo Ferrante.
Ich muß mich damit auch leider schon wieder verabschieden. Mehr Infos zu
den vorgestellten Platten und Musikern findet ihr im Internet unter
www.querfunk.de
Orsino verabschiedet sich auf Maltesisch: ?aw und denkt daran: gute Musik
gib es überall, haltet die Herzen und Ohren offen!
Massimo Ferrante jamu 4
Felmay 2009 GEMA
www.felmay.it