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Orsinos Lied 08.04.2007

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Orsino-Jingle

Da die Musik der Liebe Nahrung ist, sollt ihr verwöhnt werden mit Speisen aus aller Ecken und Rundungen dieser Erde.

Herzlich Willkommen zur Weltmusiksendung beim Querfunk, herzlich Willkommen zu Orsinos Lied, herzlich Willkommen sagt Orsino.

Die Zutaten für das heutige Menü stammen unter anderem aus Kuba und der Türkei, aus Nigeria und Korea, aus Griechenland und Mexiko. Schau an Musik stellt die DVD Prophesy von Nitin Sawhney vor und der Goldene Orsino geht gen Indien an A.R. Rahman für seine Werk Between Heaven and Earth.


Der Dreierpack, der diese Sendung eröffnet, ist dem König des Wüstenblues, Ali Farka Touré, gewidmet. Der Sänger und Gitarrist aus Mali ist vor einem Jahr leider viel zu früh verstorben. Ali Farka Touré stammte aus dem Norden Malis vom Rande der Sahara, aus dem Dorf Niafounké. Dort vereint sich die flimmernde Farbe der Wüste und den Rhythmus des Flusses zum Wüstenblues, wie ihn Ali Farka Touré berühmt gemacht hat. Das musikalische Erbe von Farka Touré trägt sein Neffe Afel Bocoum weiter. Afel Bocoum veröffentlichte gerade sein zweites Album und zieht einen mit schlichten erdigen Melodien unweigerlich in den Bann. Das erste Lied der Platte Niger hat Afel Bocoum seinem Onkel und Förderer Ali Farka Touré gewidmet.


Auch bei unsere Nachbarn im Norden gibt es Musiker, die sich vom König des Wüstenblues' beeinflussen lassen. Ibrahim Electric ist ein dänisches Trio, die mit Schlagzeug, E-Gitarre und Hammondorgel durch die Musikstile dieser Welt reisen. So haben sie auch Station in der Sahara gemacht und erweisen Ali Farka Touré ihre Ehrerbietung. Das zweite Album von Ibrahim Electric trägt den Titel Absinthe und darf eigentlich auf keiner Party fehlen, bei der Lebensfreude das Motto ist.


Und was wäre dieser Dreierpack, wenn es nicht Musik vom Meister selbst geben würden. Vor kurzen sind zwei Platten veröffentlicht worden, die frühe Aufnahmen von Ali Farka Touré wieder hörbar machen. Die Lieder Stammen aus den Jahren 1984 und 1988. Die CDs heissen Green und Red und aus letzterer sollt Ihr ein Stück hören.

Öffnet also Eure Ohren und Herzen für Afel Bocoum, Ibrahim Electric und Ali Farka Touré!

Afel Bocoum niger 1


Contre-Jour 2006 GEMA

www.contrejour.com

Ibrahim Electric absinthe 3


Sundance 2006 GEMA

www.ibrahimelectric.dk

www.sundance.dk

Ali Farka Touré red 5


World Circuit LC 02339

www.worldcircuit.co.uk

Afrobeat pur, voller Kraft und Kreativität bietet Segun Damisa mit seinen Afrobeat Crusaders. Der Schlagzeuger und Sänger aus Nigeria stand schon mit allen Grössen des Afrobeat, vom Urvater Fela Kuti über King Sunny Ade bis Tony Allen auf der Bühne. Leider, leider ist Nigeria Dey Cry sein letztes Album, denn Segun Damisa starb kurz nach den Aufnahmen. Somit ist diese Platte unversehens zu seinem Vermächtnis geworden - ein Vermächtnis, dass die Zuhörer von den Stühlen blässt.


Segun Damisa & The Afro-Beat Crusaders nigeria dey cry 1


Playa Sound 2007 LC 08191

www.playasound.com

V.A. (Bola De Nieve + Tona La Negra) Mexican Boleros 3


Trikont 2007 LC 04270

www.trikont.de

Diese uralte, herzerweichende Schnulze der Filmdiva Lupita Palomera fand ich auf einer dieser leider ach so seltenen CDs zum Dahinschmelzen: Mexican Boleros. Auf dem Album sind zwanzig Lieder von gebrochenen Herzen, Passion und Schmerz vereint, die aus den Goldenen Jahren des Mexikanischen Boleros von 1927 bis 57 stammen. Zu hören sind alte Schellackstars vom Bordellkomponisten Austin Laren über die Tropische Königin Tona La Negra bis zu den Falsett-Künstlern von Los Tres Ases. Wer bei dieser Platte nicht Tränen in die Augen bekommt, der sollte erst recht ganz tief in den Schmelz dieser Lieder eintauchen.


Er war für mich die ganz grosse Überraschung bei den letzten Konzerten von Ibrahim Ferrer: Roberto Fonseca. Der 32-jährige Pianist entzündete am Flügel ein musikalisches Feuerwerk, dass nicht nur seinen Förderer Ferrer zu Begeisterungsstürmen hinriss. Im Schlepptau der Musiker vom legendären Buena Vista Social Club wächst Roberto Fonseca zu einem neuen kubanischen Superstar heran. Die Besetzungsliste seines aktuelles Album Zamazu weißt dann auch bekannte Name auf wie Ibrahim Ferrer, Omara Portuondo und Manuel Mirabal. Eines der schönsten Lieder der Platte ist das Duett von Roberto Fonseca mit dem Buena Vista - Bassisten Orlando Cachaito Lopez.


Fonseca zamazu 4


Enja 2007 LC 03126

www.enjarecords.com

Ry Cooder my name is buddy 4


Nonesuch 2007 LC 00286

www.nonesuch.com

Jedes mal, wenn Ry Cooder eine neue Platte veröffentlicht, ist es, als wenn ein alter Freund nach einer langen Reise mal wieder vorbeischaut und erzählt, was er erlebt und gefunden hat. Nach musikalischen Ausflügen, die Cooder unter anderem in die Karibik, nach Indien, Afrika und Hawaii geführt haben, ist der Weltenbummler an seinen Ausgangsort zurückgekehrt. Auf My Name is Buddy ist Ry Cooder wieder ganz dem Blues, Folk, bodenständigen Country und der alten Jazzmusik verfallen. Neben Cooder sind auf dem Album unter anderem, wie gerade zu hören, die Folk-Legenden Mike und Pete Seeger in einer Wohnzimmersession zu hören. Eine wunderbare Platte, die auch nagelneu schon reichlich Patina trägt!


Ich persönlich kenne keine Platte, auf der traditionelle koreanische Schamanenmusik und westlich Avantgarde eine solch spannende Synthese eingehen wie auf Invite The Spirit 2006. Der kalifornische Gitarrist Henry Kaiser gehört mit Perkussionist Charles K. Noyes zu den kreativsten US- Musikern im weiten Feld von Rock, Jazz und Experimentalmusik. Die zwei haben sich mit Sang Won Park zusammengetan. Park ist Meister auf der koreanischen Zither Kaya-Gum und sieht sich in der Tradition der Schamanen.
Wer sich einlässt auf die Hitze, die die Reibungsflächen zwischen den extrem verschiedenen Musikstilen abgeben, dem werden die Gehirnwindungen und die Seele erwärmt. Auf Invite The Spirit 2006 von Kaiser, Noyes und Park scheinen wirklich Geister am Werk zu sein, alte und neue Geister.


Henry Kaiser, Charles K. Noyes & Sang Won Park invite the spirit 2006 1


Tzadik 2006 LC 01221

www.sangwonpark.com

www.henrykaiser.net

www.tzadik.com

Wuppinger & l'Orchestre Europa le grand rouge 1+2


Laika 2007 LC 07577

www.orchestre- europa.de

www.laika- records.com

Kunstfertig und witzig verbindet der Gitarrist Frank Wuppinger mit seinem Orchestre Europa Tradition und Modern. Gemeinsam begeben sie sich auf der CD Le Grand Rouge auf eine musikalische Reise durch Europa. Die Tanzmusik des alten Europa trifft auf Klänge vom Balkan, Klezmer und Latinjazz.
Wuppinger und Orchestre Europa spielen moderne Volksmusik - ganz in der Manier ihrer französischen Kollegen Bratsch und LeOparleur.


Sie sind wieder da, Kroke, das Quartett aus Krakau, die einen jüdischen Namen tragen und jiddische Musik für sich neu definieren. Nach dem durchschlagenden Erfolg der CD mit dem Geiger Nigel Kennedy haben sich Kroke auf den Seventh Trip begegnen. Auf ihrer siebenten Platte treiben sie ihre sanfte Entwicklung der jiddischen Musik weiter voran. Krokes verflixtes siebentes Album ist verflixt reizvoll und steckt voller Spielfreude und Virtuosität.


Kroke seventh trip 8


Oriente 2007 LC 03592

www.kroke.krakow.pl

www.kroke.krakow.pl

Burhan Öcal & The Trakya All Stars feat. Smadj trakya dance party 1


Doublemoon 2006 GEMA

www.doublemoon.com.tr

Burhan Öcal. Wohl nicht nur für mich ist der Meistertrommler, Komponist und Arrangeur einer der innovativsten Musiker aus der Türkei. Öcal fegt mit seiner Spiellust alle Grenzen hinweg und bewegt sich genauso stilsicher im Bereich der traditionellen Volks- und Kunstmusik wie auf den Tanzböden diese Welt. Die Trakya All Stars ist eines der Ensemble, die Öcal um sich gescharrt hat. Gemeinsam mit diesen vierzehn Musikern lädt Burhan Öcal zur Trakya Dance Party ein. Mit Unterstützung vom elektronischen Soundmagier Smadj bewegt sich die Musik zwischen Roma-Melodien, Liedern vom Balkan und aus Thrakien, sowie zwischen Tradition und Gegenwart. Kurz: Burhan Öcal hat mit Trakya Dance Party wieder einmal ein überraschenden und berauschendes Meisterwerk abgeliefert.


Der indischstämmige Nitin Sawhney ist einer der wichtigsten musikalischen Köpfe des asian-underground in London. Für seine CD Prophesy ist Sawhney um die Welt gereist und hat sich mit rund 300 Musikern getroffen. So sind auf Prophesy australische Aboriginals ebenso zu hören wie ein Chor aus dem südafrikanischen Soweto und ein philosophierender Taxifahrer aus New York.
Die DVD Prophesy bietet nun nicht nur eine visuelle Umsetzung der Songs von der CD. Es gibt auch ein Talking Album, dass heisst: Nitin Sawhney mischt in seine Songs Interviews, die über all auf der Welt geführt wurden. So entsteht ein wunderbares Zeugnis über den Zustand unserer Erde im neuen Jahrtausend. Toll gemacht.


Nitin Sawhney DVD prophesy 1


V2 Music 2002 LC 07801

www.nitinsawhney.com


www.v2music.com

Und nun kommen wir zur Verleihung des Goldenen Orsino. Der geht dieses Mal an A. R. Rahman für seine Produktion Between Heaven and Earth. Rahman ist einer der einfallsreichsten Komponisten Bollywoods. Nun hat jedoch auch das aufstrebende Kino Chinas die Stärken von Rahman entdeckt und ihn für den Film Between Heaven and Earth verpflichtet. Rahman hat die Chance genutzt und statt eines einfachen Soundtracks sein erstes Orchesterwerk geschrieben. Die Inspiration zu dem Werk fand Rahman entlang der historischen Seidenstrasse, die quer durch Asien von China über Indien bis in die Türkei führte. Entstanden ist Musik, auf die kein anderes Wort besser passt wie Weltmusik. Und dafür gibt's hier für A. R. Rahmans Between Heaven and Earth den Goldenen Orsino!


Für mich wird es damit auch wieder Zeit, mich zu verabschieden. Mehr Infos zu den vorgestellten Platten und Musikern findet ihr im Internet unter www.querfunk.de. Orsino sag auf Dänisch: Farvel und denkt daran, gute Musik gib es überall, haltet die Herzen und Ohren offen!


A.R. Rahman between heaven and earth 2


Sony 2004 LC 06868

www.arrahmanmusic.com

www.sonyclassical.com