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76133 Karlsruhe

Orsinos Lied 14.06.2009

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V.A. The Tides la paloma # 6 16
Trikont 2008 LC 04270
www.trikont.de
Orsino-Jingle
Da die Musik der Liebe Nahrung ist, sollt Ihr hier und jetzt ein abwechslungsreiches Menü mit Zutaten aus aller Herren und Damen Länder serviert bekommen.
Herzlich Willkommen zur Weltmusiksendung beim Querfunk: Herzlich Willkommen zu Orsinos Lied. Herzlich Willkommen mit einer La Paloma-Version aus den USA sagt Orsino.
Es warten Euch in der kommende Stunde unter anderem musikalische Köstlichkeiten aus Indien, Argentinien, Kamerun und Japan. Schau an - Musik präsentiert die Konzert-DVD von Max Lässer und dem Überlandorchester aus der Schweiz. Der Goldene Orsino schließlich geht an die Band Rotfront für ihre Produktion Emigrantski Raggamuffin.
Die La-Paloma-Version kam von der Studioband The Tides. Wer die einzelen Mitglieder waren und wie der Titel ausgerechnet auf ihre um 1960 erschienene LP The Best of Bossa Nova ! kam, ist leider Teil des großen Mysteriums um La Paloma.
Richtig los gehts jetzt mit einem sehr abwechslungsreichen Dreierpack aus Kuba. Was in Havanna der Buena Vista Social Club ist in Santiago de Cuba der Club Musical Oriente Cubano. Und wie auf der ersten Buena Vista - Scheibe musizieren auch auf Algo Ritmo Veteranen und Newcomer. Dabei zeigen die Musiker des Club Musical Oriente Cubano nicht nur, dass sie Meister ihres Fachs sind, sondern auch eine gehörige Portion Witz besitzen.
Gut und da nun schon von ihnen gesprochen wurde, soll es auch Musik aus dem Buena Vista Social Club geben. Ibrahim Ferrer war einer der großen Sänger des Projekts. Mi Sueño ist sein letztes Studioalbum zu Lebzeiten und auf der Platte ist leider auch Spitzenbassist Chacaito Lopez das letzte Mal zu hören. Doch Mi Sueño von Ferrer zeigt auch in die Zukunft, denn am Klavier saß Roberto Fonseca.
Dessen neustes Werk, Akokan, hat der gerade mal 34-jährige Meisterpianist im legendären Egrem-Studio Havannas eingespielt. So verbindet Roberto Fonseca mit einem halben Dutzend handverlesenen Musikern von der Zuckerrohrinsel, aus den USA und von den Kap Verden den Sound der alten Kuba-Platten mit seinen weltoffenen Kompositionen.
Öffnet nun also Eure Herzen und Ohren für den Club Musical Oriente Cubano, Ibrahim Ferrer und Roberto Fonseca.
Club Musical Oriente Cubano algo ritmo 3
Amiata 2008 GEMA
www.amiatamedia.com
Ibrahim Ferrer mi sueño 3
World Circuit 2007 LC 02339
www.worldcircuit.co.uk
Roberto Fonseca akokan 1+2
Enja 2009 LC 03126
www.enjarecords.com
Aus Havanna stammt der langsame Tanz Habanera, der ein bisschen dem Tango ähnelt. Der us-amerikanische Jazz-Musiker Vince Mendoza nahm diesen Tanz zum Ausgangspunkt für eine Komposition seiner Suite Blauklang. Eingespielt hat Mendoza dieses Großwerk unter anderem mit dem vietnamesischen Gitarristen Nguyen Le, dem russischen Flügelhornspieler Arkardy Shilkloper und dem schwedischen Bassisten Las Danielsson. Vince Mendozas Blauklang ist das Umsätzen der verschiedensten Farbschattierungen in Musik.
Vince Mendoza blauklang 3
Act 2008 LC 07644
www.actmusic.com
Ito Teiji wattermill 2
Tzadik 2008 LC 01221
www.tzadik.com
Unverkennbar japanisch war dieses Stück von Teiji Ito, doch dies ist nicht immer so bei diesem Komponisten. Bekannt wurde Ito vor allem für seine Film- und Theatermusiken. Peu a peu werde nun weitere Kompositionen veröffentlicht und offenbaren den zwar in der japanischen tradition, aber doch weltoffenen Geist Teiji Itos. Die Suite Watermill kommt zwar sehr japanisch daher und ist von meditaviter Ruhe gekennzeichnet, doch hat auch die Avantgarde zum Ende des letzten Jahrtausends ihre Spuren hinterlassen.
Auch in die eher traditionelle Musik Bengalens schleichen sich moderne Einflüsse, vor allen aus Bollywood ein. Die umherwanderenden Musiker werden in Bangladesh und Indien Baul genannt. Bapi Das Baul ist einer dieser Musiker und hat seine aktuelle Produktion Sufi Baul - Madness & Happiness genannt.
Bapi Das Baul & Baul Bishwa sufi baul - madness & happiness 1
ARC 2009 LC 05111
www.arcmusic.co.uk
DJ Vadim u can't lurn imaginashun 18
BBE 2009 LC 15287
www.bbemusic.com
Er gehört zu den exzentrischsten DJs auf dem Globus und so verwundert es nicht, bei DJ Vadim Bollywood genauso zu finden ist, wie Electronica, HipHop und Reggae. Vadim stammt aus dem russischen St. Peterburg und sein neustes Solo-Album trägt den fabelhaften Titel: U can't lurn imaginashun und ist nach einer langen persönlichen Talfahrt entstanden, einer Zeit des Blues.
Der Blues für Angela kommt heute aus Mauretanien, sozusagen aus der afrikanischen Wiege des Blues. Boolumbal ist das Projekt des Mauretaniers Malick Dia und des Franzosen Nicolas Lebault, beides Sänger und Gitarristen. Auf dem erdigen Album "Fuuta Blues" gräbt Boolumbal ganz tief nach den Wurzeln des Blues.
Boolumbal fuuta blues 6
Playasound 2009 LC 08191
www.playasound.com
Blick Bassy léman 12
World Connection 2009 LC 10326
www.worldconnection.nl
Blick Bassy. Geboren und aufgewachsen ist Blick Bassy in Kamerun und lebt jetzt- wie so viele andere erfolgreiche afrikanischen Popkünstler - in Paris. Sein aktuelles Album Léman erinnert sehr an Lokua Kanza, mit dem Blick Bassy auch schon zusammen gearbeitet hat. Blick verbindet sein sanftes Gitarrenspiel mit den Kora-Klängen und Kalebassen-Perkussion seiner Heimat sowie Zutaten aus Soul, Jazz und R&B.
Nicht sehr weit davon entfernt und doch ganz anderes klingt Sara Tavares.
Die bezaubernde Sängerin zählt zur jungen Garde kapverdischer Musiker und gleichzeitig zur sogenannten Lost Generation. Tavares wuchs in Lissabon auf und ist zu jener Altersgruppe von Immigranten zu rechnen, die nirgends wirklich zu Hause sind. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb zählt Sara Tavares zu den wichtigsten international erfolgreichen Vertreterinnen der Musik der Kapverden. Xinti heißt ihre gefühlvolle neue CD.
Sara Tavares xinti 8
World Connection 2009 LC 10326
www.worldconnection.nl
V.A. Inés Arce le último aplauso 17
Enja 2009 LC 18386
www.jazzrecords.com/enja
Inés Arce. Es ist unglaublich, mit welcher Lebenslust und Lebenserfahrung die 81-jährige Dame es versteht, dem Tango eine ganz eigene Stimme zu geben. Für mich war und ist Inés Arce bewegendste Figur im Dokumentarfilm "El Último Aplauso - Der letzte Applaus" von German Kral. Mit Unterstützung des Orquesta Tipica Imperial werden drei weiter Sängerinnen und Sänger alte Garde des Tango, Christina De Los Angeles, Julio César Fernan und Omar Garré, vorgestellt. Der Soundtrack, den es wie bei Buena Vista auch separat gibt, funktioniert genauso, den Film solltet Ihr Euch aber unbedingt ansehen. Inés Arce wurde vom Bandoneonmeister Nicolas Fontana gegleitet.
Ebenfalls ein Meister der Quetschkommodo ist der Finne Kimmo Pohjonen.
Eines seiner verrücktesten Projekte heißt KTU, bei dem Pohjonen mit Tray Gunn und Pat Mastelotto auf ganz ungewöhnliche Weise Akkordeonklänge mit Electronica, Folk und Rock verbindet. Quiver heißt die zweite Produktion von KTU.
KTU quiver 4
Westpark 2009 LC 07535
www.westparkmusic.de
Renato Borghetti fandango 7
Felmay 2009 GEMA
www.felmay.it
Akkordeonvirtuose Renato Borghetti stammt aus dem Süden Brasiliens und spielt die Musik der Gauchos, der südamerikanischen Cowboys. Dies brasilianische Musik hat nichts mit Samba oder Bossa zu tun hat. Doch Renato Borghetti gelingt es auf seinem Album Fandango, die ländlichen Musik mit der Klängen der Großstädte zu verbinden, ohne seine Wurzeln zu verleugnen.
Ganz und gar im Universum der Städte und der Vorstädte verwurzelt sind Jaune Toujours. Ein Grund mag sein, dass die Band aus Brüssel stammt, der heimlichen Hauptstadt Europas, oder sollte es besser heissen, der Hauptstadt der EU? Jaune Toujours beweisen, daß es keine Grenzen braucht im Bereich der Musik! Kulturell bunt wie die EU läßt es die Band auf Kolektiv mal wieder wunderbar krachen.
Jaune Toujours kolektiv 1
Chox de Bruxelles 2009 LC 15565
www.choux.net
Avishai Cohen aurora 8
EMI 2009 LC 00133
www.avischaimusic.com
Der israelische Bassist Avishai Cohen zählt zu den Besten seiner Zunft.
Cohen hat mit Omara Portuondo vom Buena Vista Social Club genauso gespielt wie mit der Jazz-Ikone Chick Corea und dem London Philharmonic Orchestra.
Das neuste Solowerk von Avishai Cohen heisst Aurora und diesmal versucht er sich auch als Sänger. Dabei wechselt er zwischen Häbraisch, Englisch, Spanisch und Ladino, als wärs da normalste der Welt. Cohens Aurora ist ein sanfte Schönheit, die in keiner Kultur ganz verwurzelt ist.
Max Lässer. Der Gitarrist gehört zu den umtriebigsten Musikern der Schweiz.
Es ist schwer zu verstehen, warum Lässer nicht längst auch außerhalb seiner Heimat einen großen Namen hat. Neben seine viele Projekte wie Madamay spielte er mit der Hardrock-Formation Gotthard, mit Andreas Vollenweider, mit Hubert von Goisern. Ganz speziell ist Max Lässers Überlandorchester, zu dem unter anderem Anton Bruhin und Töbi Tobler zählen. Gemeisam spielen sie "unerhörte Alpenmusik" - wie sie es selbst nennen und es ist ein Glück, dass ihrer neusten Produktion Überländer eine Live-DVD beigegeben ist.
Überlandorchester: Unbedingt anhören und ansehen.
Max Lässer & das Überlandorchester DVD überländer 3
Landjäger Musig 2008 GEMA
www.maxlaesser.com
Gagarin Brothers twist behind the iron curtian 10
Raumer 2009 LC 03050
www.raumer- records.de
John Zorn filmworks XXI 2
Tzadik 2008 LC 01221
www.tzadik.com
55 Jahre und noch immer kein bisschen Müde: John Zorn. Der jüdische Saxophonist, Komponist und Kulturaktivist aus New York hat seiner Reihe mit Filmmusiken nun mittlerweile die Nummer 21 hinzugefügt. Auf der CD finden sich Kompositionen für zwei Filme Belle de Nature und The New Rijksmuseum, die unter anderem vom Gitarristen Marc Ribot, vom Pianisten Uri Caine und von John Zorn selbst eingespielt wurden.
Zuvor hörtet Ihr die Gagarin Brothers, eine ziemlich schrägen Band aus Moskau. Die Truppe verbindet auf höchst spaßige Weise russische Schlager der 50er und 60er mit Swing und Rockabilly. "Twist behind the iron Curtian" heißt die vor unergründlichen Schwermut und überschäumender Freude strotzende CD der Gagarin Brothers.
Sie leiten auch wunderbar über zur Verleihung des Goldenen Orsino.
Dieser geht heute an die Band Rotfront für ihre Produktion Emigrantski Raggamuffin. Wie schon der Titel erahnen lässt, mixt die in Berlin ansässige Band die Musikstile der nichtdeutschen Bevölkerungsgruppe in der Deutschen Hauptstadt. Energiegeladen trifft bei Rotfront ungarische Hochgeschwindigkeits-Folklore auf Hip-Hop, Russen-Disko auf Ska, Klezmer auf Cumbia. Die Texte auf Russisch, Ungarisch, Deutsch und Englisch erzählen über die Abenteuer von Immigranten in Berlin. Kurz und gut:
Rotfront macht Weltmusik im besten Wortsinne und dafür gibt's hier und jetzt den Goldenen Orsino.
Ich muß ich mich damit auch leider schon wieder verabschieden. Mehr Infos zu den vorgestellten Platten und Musikern findet ihr im Internet unter www.querfunk.de Orsino verabschiedet sich auf Japanisch sayônara denkt daran: gute Musik gib es überall, haltet die Herzen und Ohren offen!
Rotfront emigrantski raggamuffin 12
Essay 2009 LC 13406
www.rotfront.com
www.essayrecordings.com