QUERFUNK 104,8 MHz

Freies Radio Karlsruhe
Steinstraße 23
76133 Karlsruhe

Orsinos Lied 11.03.2007

Studio 0721 / 38 50 30
Büro 0721 / 38 78 58
Fax 0721 / 38 50 20

 

www.querfunk.de
info@querfunk.de
Kommentar loswerden



www.querfunk.de/sendungen/orsino
kontakt: orsino@querfunk.de

Orsino-Jingle

Die Musik ist die Nahrung der Liebe und da es davon auf diese Erde viel zu wenig, möchte ich Euch verwöhnen mit einem abwechslungsreichen musikalischen Menü.
Herzlich Willkommen zur Weltmusiksendung beim Querfunk, herzlich Willkommen zu Orsinos Lied, herzlich Willkommen sagt Orsino.

Auf dem Speiseplan heute unter anderem Leckerei aus Rumänien, Hawaii und dem Iran. Schau an - Musik zeigt bzw. lässt uns hören Liveaufnahmen des Esbjörn Svensson Trios und der Goldene Orsino geht an Koby Israelite für seine CD Orobas.

Der musikalische Dreierpack, der die heutige Sendung eröffnet, steht ganz im Zeichen der arabischen Laute Oud.

Der Reigen eröffnet Rabih Abou-Khalil. Der in München lebende Libanese ist einer der innovativsten Meister der Oud und verbindet in unvergleichlicher Weise die Welt der arabischen Musik mit Jazz und europäischer Kammermusik.
Sein neueste Album "Songs For Sad Women" ist die herzergreifendste aller seiner Platten. Gemeinsam mit Gevorg Dabaghyan an der armenischen Oboe Duduk, Michel Godard am mittelalterliche Bass-Zink Serpent und Jarrod Cagwin am Schlagzeug entführt ins Oudmeister Abou-Khalil in verzaubernde Klangwelten, die nicht in Worte gefasst werden können.

Auf eine ungewöhnliche Reise in die Sahara lädt uns anschließend Anouar Brahem ein. Auch der Tunesier ist ein Virtuose der Oud und auch Brahem verbindet arabische und westliche Musikformen. Gemeinsam mit François Couturier am Klavier und Jean-Luis Matinier am Akkordeon begibt sich Anouar Brahem auf der CD Le Voyage de Sahar in eine von Flimmerbildern umgebene imaginäre Oase der Klänge.

Die Dritten im Bunde sind Duoud und Abdulatif Yagoub. Duoud sind zwei rührige Oudspieler und Soundtüftler: der Tunesier Smadj und der Algerier Mehid Haddab. Auf einer Reise nach Jemen lernten die zwei den traditionellen Sänger und Oudspieler Abdulatif Yagoub kennen. Gemeinsam und mit Unterstützung weiterer Musiker entstand das Album Sakat. In traditioneller arabischer Art vorgetragene Lieder treffen auf elektronische Klangmalereien mit Jazznuancen. Eine vielschichtige Platte ist entstanden, die weit jenseits der easy-listening-Kategorien einzuordnen ist.

Öffnet nun also Eure Ohren und Herzen für Rabih Abou-Khalil, Anouar Brahem und das Duoud mit Abdulatif Yagoub.

Rabih Abou-Khalil songs for sad women 1


Enja 2007 LC 03126

www.enjarecords.com

Anouar Brahem le voyage de sahar 9


ECM 2006 LC 02516

www.ecmrecords.com

Duoud & Abdulatif Yagoub sakat 9


Label Bleu 2005 LC 09743

www.label-bleu.com

Die Harfenspielerin Asita Hamidi stammt aus dem Iran. Unter dem Obertitel Bazaar bringt Hamidi unter variierenden Bandnamen immer wieder unterschiedliche Musiker zusammen, um gemeinsam Musik jenseits geografischer und kultureller Grenzen zu machen. Ihre neuste Platte Asita Hamidi's Bazaar live hat sie mit ihren drei schwedischen Stammkollegen Björn Meyer, Kaspar Rast und Bruno Amstad eingespielt. Das Album dokumentiert, wie es Hamidi und ihre Band gelingt, ihr Publikum zu begeistern.

Asita Hamidi's Bazaar live 6


Baazarpool 2006 LC 0817

www.hamidi.ch

www.bazaarpool.com

www.unitrecords.com

V.A. - Latin Garden Volume II 9


Lola's World 2006 LC 00877

www.lolasworldrecords.com

www.caltexrecords.com

Die Black Cats stammen nicht aus Lateinamerika, wie sich vermuten lässt, sondern aus dem Iran. Shahbal Shabpareh gegründet die Black Cats 1963, musste jedoch wie viele seiner Landsleute in den unruhigen Zeiten der islamischen Revolution flüchten. In den USA ließ Shabpareh die Black Cats neu auferstehen. Trotz vieler Wechsel und Wandlungen sind die Black Cats noch immer eine der erfolgreichsten persischen Exil-Bands. Gefunden habe ich das Stück auf der Doppel-CD Latin Garden II, der noch knapp 40 weitere exotische Latin-Songs aus aller Welt zu bieten hat. Zusammengestellt hat die Doppel-CD Gülbahar Kültür, die Princess of Worldbeat in Germany.

Dass schwungvolle karibische Klänge auch aus der Türkei kommen können, beweist der Meistertrommler Ayhan Sicimoglu. Seit Jahren trägt Sicimoglu Latin-Sounds in die türkische Musikszene. Sein neustes Album Friends and Family hat er nicht nur mit türkischen Kollegen, sondern auch mit namhaften südamerikanischen Musikern, wie den Kolumbianer Rodrigo Rodriguez eingespielt. Friends and Family von Ayhan Sicimoglu ist eine etwas andere Latin-Platte, die richtig Spaß macht.

Ayhan Sicimoglu friends & family 3


Doublemoon 2006 GEMA

www.doublemoon.com.tr

V.A. - Eugene Chadbourne sidewalk songs & city stories 3


Trikont 2007 LC 04270

www.trikont.de

Witzig, musikalische einfallsreich und politisch radikal: dies war Musik von Eugene Chadbourne. In den Grosstädten der USA feiert die Folkmusik ein Comeback, doch in einer Form, die Country-Nostalgie oder popgeschwängerten Mainstream erst gar nicht aufkommen lassen. Die neue Stilrichtung hat viele Namen: Freefolk, Anti-Folk, Weird Folk, Neofolk. Gemeinsam ist den Künstlern, dass sie nach musikalischen Ausdrucksmitteln suchen, die sowohl ihren Lebensbedingungen in der Großstädten, als auch ihren kulturellen Wurzeln entspricht. Der Sampler Sidewalk Songs & City Stories verschafft einen ersten Überblick und lässt in 20 Lieder die ganze Bandbreite der neuen Folkmusik aufblitzen, unter anderem mit Eugene Chadbourne.

Gleich hier aus der Nachbarschaft, aus Straßburg, stammen Léopaleur. Arabo- andalusische Melodien, osteuropäische Rhythmen und einen ehrlichen Gypsyrock bilden die musikalische Grundlage zu engagierten und poetischen Texten. Mit Augenzwinkern und Talent strahlen Léoparleur auf dem Album Revoir La Mer Großzügigkeit, jugendliche Frische, Humor und Virtuosität aus.

Léopaleur revoir la mer 9


Léoprod 2001 GEMA

www.leoparleur.com

Streif nordic winter 7


Ozella Music 2006 LC 10268

www.ozellamusic.com

Passend zum Frühlingsanfang serviert die norwegische Gruppe Streif musikalische Eindrücke vom Nordic Winter. Auf dieser Platte verbindet Streiff die Volksmusiktraditionen Skandinaviens und des Baltikums mit Rock, Jazz, Ambient und gelegentlich auch Klezmerklängen. Streif projizieren bunt schillernde Polarlichter in den kalten, dunklen Nordic Winter.

Auch mit der Rubrik Schau an - Musik bleiben wir noch in Skandinavien. Im Dezember 2001 gab das Esbjörn Svensson Trio ein Konzert in Stockholm.
Dokumentiert wurde dies auf der DVD Live in Stockholm. Die Fans können in schönen Bildern baden und sich immer wieder begeistern lassen von der speziellen Mischung aus Folk, Pop und Jazz des zurzeit erfolgreichsten nordischen Trios. Die DVD bietet zudem ein Interview mit der Band und zwei Musikvideos. Schön, dass es so auch einen der grössten Hits des Esbjörn Svensson Trio From Gagarin's Point of View als Live-Version gibt.

E.S.T. DVD live in Stockholm 2


ACT 2003 LC 07644

www.est-music.com

www.actmusic.com

Esma Red?epova gypsy carpet 13


Network 2007 LC 06759

www.networkmedien.de

Sie wird nicht ohne Grund die Queen of Gypsy genannt: Esma Red?epova. Die aus Skopje in Mazedonien stammende Diva hat eine der stärksten Frauenstimmen des Balkans. Mit glühendem Temperament und leidenschaftlicher Intensität singt Esma auf ihrem neusten Album Gypsy Carpet über Sehnsüchte und Schicksale der Romafrauen. Unterstützt wird sie dabei von exzellenten Romamusikern. Eine Platte voller Feuer.

Nicht minder feurig geht es auf dem neusten Album der Fanfare Cioc?rlia.
Für Queens and Kings reiste die wilde Zigeunerkapelle aus Rumänien quer durch Europa. Zusammen mit den bedeutendsten Sängerinnen und Sängern ihres weit verstreuten Volkes haben sie ein einzigartiges Album einzuspielen. Zu hören sind neben Esma Red?epova unter anderem auch Kaloome aus Frankreich, Mitsou aus Ungarn und Jony Iliev aus Bulgarien. Mit Queens and Kings haben Fanfare Cioc?rlia sicher eine der wichtigsten Gypsy-Platten der Gegenwart produziert. Und auch zu lachen gibt es etwas:

Fanfare Cioc?rlia queens and kings 14


Asphalt Tango 2007 LC 12494

www.aspahlt- tango.de

Tito Paris acústico 11


World Connection 2007 LC 10236

www.worldconnection.nl

Er klingt, als wäre er der Bruder von Cesaria Evora: Tito Paris. Der Sänger und Gitarrist zelebriert mit Leib und Seele kapverdische Lieder, die die Sehnsucht zu Musik werden lassen. Und dies kann man wahrlich nicht besser dokumentieren, als mit einer Live-Aufzeichnung. Sein sechstes Album hat Tito Paris in Lisabon aufgenommen, und obwohl mit großem Orchester eingespielt, ist Acústico eine wunderbar zarte Platte.

Die Kapverden liegen vor der Westküste Afrikas, Uganda im Osten des Kontinents. Nach dem Ende der Diktatur vor knapp 20 Jahren ist es beruhigend still geworden. Zu hören ist jedoch mit einem neuen Album Rachel Magoola. Die Sängerin verbindet auf ihrer Platte Songs from the Source of the Nile komplexe afrikanischer Rhythmen mit R&B und modernen funky Beats, bietet also gut hörbaren Afropop: Rachel Magoola!

Rachel Magoola songs from the source of the nile 7


ARC 2006 LC 05111

www.arcmusic.co.uk

The Pahinui Bros. Dito 9


Panini 1992 LC 7309

Bei diesen Klängen geht bei mir im Herzen die Sonne auf: Musik aus Hawaii, Musik von drei der besten Gitarristen der Inseln im Pazifik, Musik von den Brüdern Pahinui. Auf der Platte The Pahinui Bros. sind jedoch nicht nur die Brüder Cyril, James und Martin Pahinui zu hören. Auch Ry Cooder und David Lindley dürfen mithelfen, die Platte zu einer der besten Alben mit handgemachter hawaiianischer Musik zu machen.

So und nun ist es an der Zeit, den Goldenen Orsino zu servieren.
Diese Auszeichnung geht heute an Koby Israelite. Der in London lebenden Israeli wirft wie kein anderer Musikstile durcheinander, dass man sich wundert, dass die Boxen nicht bersten. Koby springt von Death Metal und Jazz zu Klezmer, Balkan- und Zigeunermusik. Dies oft in einem einzigen Lied. Die Stücke seiner neusten Platte Orobas stammen alle aus der Feder von John Zorn. Der gab mit seinem Masada Song Book der jüdischen Musik neue Impulse. Spielte Zorn das erste Song Book noch mit seinem eigenen Quartett ein, so werden die Titel des zweiten Masada Song Books von bekannten und noch unbekannten jüdischen Musikern. Koby Israelite spielte mit Orobas das dritte Album der neuen Reihe ein. Weltmusik im besten Sinne des Wortes und dafür geht der Goldene Orsino an Koby Israelite.

Orsino muß sich damit auch schon wieder für heute verabschieden. Mehr Infos zu den vorgestellten Platten und Musikern findet ihr im Internet unter www.querfunk.de. Ich verabschiede mich mit au revoir und denkt daran:
Gute Musik gibt es überall, haltet die Ohren und Herzen offen!

Koby Israelite plays masada book two - the book of angels - orobas 8


Tzadik 2006 LC 01221

www.tzadik.com