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QUERFUNK 104,8 MHz
Freies Radio Karlsruhe |
Orsinos Lied 12.11.2006
Studio 0721 / 38 50 30 |
Die Musik ist die Nahrung der Liebe. Damit Eure Liebe, Eure Sehnsucht, Euer Verlangen genügten Speise bekommt lade ich Euch ein zu einem musikalischen Menü mit Zutaten aus aller Welt. Herzlich Willkommen zur Weltmusiksendung beim Querfunk, herzlich Willkommen zu Orsinos Lied, herzlich Willkommen sagt Orsino.
Euch erwartet heute unter anderem Musik aus Norwegen, Brasilien und Georgien. Schau an - Musik biete echten Blues und der Goldene Orsino geht an Toni Kitanovski und das Cherkezi Orchestra für ihre Produktion Boderlands.
Los geht's mit einem musikalischen Dreierpack der uns Klassiker der westafrikanischen Musik vorstellt. Aus Guinea stammt die Band Bembeya Jazz und war eine der grössten Stars des goldenen Zeitalters der afrikanischen Popmusik in der 60er- und 70er Jahren. Auf der CD The Rough Guide To West African Gold habe ich eines der humorvollsten Lieder von Bembeya Jazz gefunden: Whiskey Soda. Ebenfalls auf der Scheibe sind auch frühe Aufnahmen von Salif Keita mit seinem damaligen Orchestre Rail Band de Bamako sowie Balla et ses Balladins und das Orchestra Baobab zu finden.
Noch heute zählt das senegalesische Orchestra Baobab zu den besten Bands Westafrikas. Wer die Gruppe je live erlebt hat, weiss, dass sich niemand dem Groove diese Band widersetzen kann. Mit der CD A Night at Club Baobab sind nun 13 wunderbare Songs aus den Jahren 1972 bis 78 wieder veröffentlicht worden.
Nach Guinea und dem Senegal geht's als drittes schliesslich nach Nigeria.
Lekan Babalola ist Sänger und Perkussionist seit 1980 von England aus aktiv in der Jazz- und Worldmusic-Szene. Babalola ist ein angesagter Studiomusiker und sein Name ist auf Platten von Fela Kuti, Miles Davis, Ernest Ranglin und vielen anderen zu finden. Sein aktuelles Solo-Projekt heißt Songs of Icon ist eine Doppel-CD. Platte Nummer Eins bietet Orginalsongs von Lekan Babalola. Auf CD Nummer Zwei haben remixen internationale DJs von Bob Sinclair bis IG Culture die die Babalolas Ausgangsmaterial. An die Qualität der Originale kommen die DJs jedoch leider nicht ran. Deshalb hört ihr Lekan Babalola natürlich mit einen Original-Song, zuvor aber wie versprochen Bembeya Jazz und das Orchestra Baobab. Öffnet Eure Herzen und Ohren für besten Afropop aus Westafrika.
V.A. the rough guide to west african gold 3
World Music Network 2006 LC 11067
www.worldmusic.net
Orchestra Baobab a night at club baobab 6
Oriki Music 2006 GEMA
www.ne.jp/asahi/fbeat/africa/07-disco/07052.html
Lekan Babalola songs of icon 1
Mr. Bongo 2006 LC 12527
www.mrbongo.com
Bleiben wir noch in Westafrika und kommen zu letzten Soloalbum von Ali Farka Touré, dem König des Wüsten-Blues. Seine Platte Savane ist wie ein Vermächtnis und vergleichbar mit Bob Marley letzter Einspielung Uprising.
Ali Farka Touré konnte auf Savane noch kurz vor seinem Tod im Frühjahr 2006 eine Quintessenz seiner Musik einspielen und mich trifft dies Platte tief ins Herz. Ali Farka Touré:
Ali Farka Toure savane 4
World Circuit 2006 LC 02339
www.worldcircuit.co.uk
Philip Walker DVD tough blues 1
Aditi 2006 GEMA
www.aditi-image.tv/english.html
www.swingmasterrecords.com
Echter, bodenständiger, rauer Westcoast-Blues von Phillip Walker. In Schau an - Musik möchte ich nicht nur den Fans des Gentleman of the Blues die DVD Tough Blues ans Herz legen. Denn die DVD bietet Filmaufnahmen, die 1990 im holländischen Groningen entstanden. Sie zeigen Phillip Walker - ohne viele filmische Spielereien - als stillen, aber starken Meister der elektrischen Blues.
Vom klaren, straight Blues zu lustvollster Destruktion aller Stile und gleichzeitiger kunstvoller und humoriger Neuverbindung. Zakarya ist ein französisches Quartett das frisch und unverkrampft Klezmer, Heavy Metal, Neue Musik und Jazz miteinander verbindet. Die aktuelle CD von Zakarya heisst 413 A und eröffnete mir ihren Reichtum erst nach mehrmaligen hören.
Zakarya 413a 13
Tzadik 2006 LC 01221
www.tzadik.com
V.A. the bossa club night I/15
Lola's World 2006 LC 00877
www.lolasworldrecords.com
Vor rund zehn Jahren haben junge Musiker in Brasilien damit begonnen, die Musik ihrer Heimat, vor allem Bossa Nova zu elektrifizieren. Patricia Marx aus Sao Paolo gehört von Anbeginn dazu ist aber seltsamerweise hier fast unbekannt. Ich habe den Song auf dem Sampler The Bossa Club Night gefunden.
Diese Doppel-CD gehört zu den besten clubtauglichen Zusammenstellungen brasilianischer Musik und bietet sowohl Klassiker des Bossa wie Jorge Ben oder Marcos Valle sowie viel versprechende Newcomer wie DJ Patife oder Nicola Conte.
Von Bossa Club Night zu Electrotango ist es nur ein kleiner Schritt. Doch geografisch befinden wir uns nun nicht in Südamerika, sondern in Skandinavien. Denn die Gruppe Electrocutango stammt aus Norwegen. Das Besondere an ihrem Album Felino: Electrocutango setzt mehr auf echte Instrumente, denn auf fette Computerbeats. Und das macht die Platte zu einer kleinen Perle.
Electrocutango 1
Rapid Prod 2004 GEMA
www.electrocutango.com
Lars Danielsson mélange bleu 3
ACT 2006 LC 07644
www.actmusic.com
Im letzten Jahrzehnt hat sich die skandinavische Jazz-, Folk- und Weltmusik- Szene international einen hervorragenden Namen gemacht. Der Cellist Lars Danielssen gehört dazu. Für seine neueste Produktion Mélange Bleu holte sich der Schwede dann auch gleich Partner der Spitzenklasse in Studio geholt, wie beispielsweise Pianist Bugge Wesseltoft, Trompeter Nils Petter Molvaer und Gitarrist Eivind Aarset.
Auch sehr elektronisch, doch extrem kraftvoll kommt die CD Attwenger Dog 2 daher. Das Linzer Duo Attwenger - bekannt für avantgardistischen Folk-Punk- Trance - hat über ein Dutzend DJs gebeten, die Stücke ihrer letzte Platte Dog neu zu mixen. Dog 2 ist harter Stoff, denn schon die Originale sind ja nicht gerade leichte Kost. Doch ist es nicht von geringem Reiz, Attwenger im neuen, elektronischen Gewand zu hören. Spannend ist es zum Beispiel, wenn die DJs Bass T. & Def Ill den bei Attwenger doch so wichtigen Gesang rausfiltern und den instrumentalen Part hervorheben.
V.A. attwenger dog II 17
Trikont 2006 LC 04270
www.attwenger.at
www.trikont.de
Sabahat Akkiraz Orient Expressions after the fact 4
Doublemoon 2006 GEMA
www.doublemoon.com.tr
Anatolische Musik zwischen Tradition und elektronischer Moderne. Die Sängerin Sabahat Akkiraz singt mit einer bezaubernden Stimme. Für die Produktion After the Fact hat sich Akkiraz mit dem Ethno-Electro-Trio Orient Expression zusammengetan. Gemeinsam suchten sie nach Schnittpunkten zwischen anatolischer Volksmusik und Elektronik und habe eine überaus spannende Platte produziert.
Musikalisch treibt es uns nun noch weiter gen Osten, nach Georgien. Die Gruppe The Shin verbinden auf ihrer CD EgAri Volkslieder aus dem Kaukasus mit Jazz. Bei The Shin treffen georgische Polyphonie auf Scatgesang und Flamenco. So entstand ein reizvoller musikalischer Dialog zwischen Ost und West.
The Shin egari 4
Jaro 2006 LC 08648
www.jaro.de
Es ist also schon wieder so weit. Wir schreiten zur Verleihung des Goldenen Orsino. Der geht heute an den Gitarristen Toni Kitanovski und das Cherkezi Orchestra. Nach 12 Jahren in den USA ist Kitanovski in seine Heimat nach Mazedonien zurückgekehrt. Dort ist der Jazz-Gitarrist in Skopje auf die Zigeunerkapelle um den Trompeter Cherkez Rashid gestossen. Gemeinsam und mit Unterstützung weiterer internationaler Musiker haben Toni Kitanovski und das Cherkezi Orchestra die Platte Borderlands eingespielt. Auf dem Album treffen Balkan-Bläsersätze auf Funk, arabische Verzierungen auf Latin- Jazz, Zigeunerweisen auf afrikanische Rhythmen. Ums auf einen Nenner zu bringen: Weltmusik im besten Wortsinn und dafür hier und jetzt der Goldene Orsino für Toni Kitanovski und das Cherkezi Orchestra.
Ich muß mich damit auch leider schon wieder für heute Verabschieden. Mehr Infos zu den vorgestellten Platten und Musikern findet ihr im Internet unter www.querfunk.de Orsino verabschiedet sich auf griechisch ??????? und denkt daran: gute Musik gibt es überall, haltet die Herzen und Ohren offen.
Toni Kitanovski & Cherkezi Orchestra boderlands 12![]()
Enja 2006 LC 10386
www.jazzrecords.com/enja