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QUERFUNK 104,8 MHz
Freies Radio Karlsruhe |
Orsinos Lied 09.07.2006
Studio 0721 / 38 50 30 |
Redaktion & Moderation: Roland Altenburger
www.querfunk.de/sendungen/orsino
kontakt: orsino@querfunk.de
Orsino-Jingle
Die Musik ist die Nahrung der Liebe, deshalb hier und jetzt tönende Speisen aus aller Welt.
Herzlich Willkommen zur Weltmusiksendung beim Querfunk, herzlich Willkommen zu Orsinos Lied, herzlich Willkommen sagt Orsino.
Heute auf dem Speiseplan: Musik unter anderem aus Kambodscha, dem Senegal und Japan. Die Rubrik Schau an - Musik entführt uns nach Kuba und Spanien.
Der Goldene Orsino schliesslich geht an den Bulgaren Lubo Alexandrov für seine Produktion Kaba Horo.
Los geht's mit einem Dreierpack aus Rumänien. Im nächsten Jahr wird Rumänien Mitglied der EU, deshalb hören wir jetzt schon mal in die musikalische Vergangenheit des Landes hinein. Ein der wichtigsten Sängerinnen Rumäniens war Maria Tanase, die in ihrer Heimat bis heute unvergessen ist. Zwischen 1938 und ihrem frühen Tod 1963 sang sie sich mit ihrer warme voluminöse Stimme in die Herzen ihrer Hörer. Die CD La Malédiction d'Amour lässt Maria Tanases Lieder heute wieder erklingen.
Kurz nach dem Tod von Maria Tanase spiele der Geiger Ion Petre Stoican 1965 seine erste und einzige Platte ein. Stoican versammelte die besten Roma- Musiker der Bukarester Szene um sich und produzierte die stimmungsvollste Platte dieser Zeit. Unter dem Titel Sounds from a bygone Age - Ion Petre Stoican ist dieses Album nun wiederveröffentlicht worden. Unter dem gleichen Titel Sounds from a bygone Age, aber als Volume II, ist die Roma- Sängerin Romica Puceanu und die Gore Brothers zu entdecken. In den Liedern von Romica Puceanu treffen rumänischen Melodien auf türkische Rhythmen.
Eine tolle Scheibe aus einer vergangenen Zeit.
Öffnet also Eure Ohren und Herzen für Maria Tanase, Ion Petre Stoican und Romica Puceanu.
Maria Tanase malédiction d'amour 2
Oriente 2000 LC 03592
www.oriente.de
Ion Petre Stoican sounds from a bygone age vol. I 2
Asphalt Tango 2005 LC 12494
www.asphalt- tango.de
Romica Puceanu & The Gore Brothers sounds from a bygone age vol. II 2
Asphalt Tango 2006 LC 12494
www.asphalt- tango.de
Aus Bukarest machen wir einen ganz grossen Sprung nach New York. Dort haben sich vor über zehn Jahren jüdische Jazz- und Avantgarde-Musiker zusammengetan, um als Band Masada der jüdischen Musik einen zeitgemässen Ausdruck zu geben. Diese Band wurde zu Electric Masada erweitert. Dazu gehören neben dem musikalischen Kopf, Komponisten und Saxophonspieler John Zorn auch Gitarrist Marc Ribot, Keyboarder Jamie Saft, Elektronikspezialist Ikue Mori, Trevor Dunn am Bass, sowie die Schlagzeuger Joey Baron und Kenny Wollesen, die noch verstärkt werden vom Perkussionisten Cyro Batista.
Electric Masada ist die musikgewordene Antwort auf die Frage nach der Grenze zwischen Genie und Wahnsinn. Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist, dann vertont Electric Masada den hemmungslosen Rausch der körperlichen Lust. Die Doppel-Live-CD At the Mountains of Madness ist harter Stoff, doch wer sich darauf einlässt wird mit einem aussergewöhnlichen Musikerlebnis belohnt: Seit also standhaft und besteigt mit Electric Masada die Mountains of Madness.
Electric Masada at the mountains of madness 1
Tzadik 2005 LC 01221
www.tzadik.com
V. A. the rough guide to planet rock 1
Worldmusic Network 2006 LC 11067
www.denguefevermusic.com
www.worldmusic.net
Dengue Fever: Man mag es fast nicht glauben, aber dieser psychedelische Rock stammt hauptsächlich von Musikern aus Kambodscha. Als die Roten Khmer das südostasiatische Land fast ins Mittelalter zurückbombten, gingen wie viele andere auch die Musiker von Dengue Fever ins Exil. In den USA entwickelten sie ihren Kambodscha-Rock. Mehr von solch ungewöhnlichen Verbindungen finden sich auf der CD The Rough Guide To Planet Rock. Auf dieser abwechslungsreichen Scheibe finden sich unter anderem auch Rock- Musiker aus dem afrikanischen Niger, dem asiatischen Tuva, dem osteuropäischen Ungarn und Reunion im indischen Ozean. Die Songs machen klar, das Rockmusik mittlerweile in allen Teilen der Welt gespielt wird.
Mindestens genauso spannend ist das neuste Album von Ry Cooder. Der Gitarrist und musikalische Weltenbummler erinnert mit der Platte an die Chicano-Gemeinde von Chavez Ravine. Das Dorf der mexikanischen Einwohner wurde 1949 brutal geräumt um Platz zu machen für ein neues Stadion am Rande von Los Angelos. Mit Chavez Ravine schuf Ry eine seiner spannendsten Platten.
Ry Cooder chavez ravine 9
Nonesuch 2005 LC 00286
www.nonesuch.com
Yellow Magic Orchestra bgm 7
Alfa Music 1981 GEMA
Ja, so klang es damals zu Beginn der 1980er, auch in Japan. Dort wurde das Yellow Magic Orchestra zu den Pionieren des Electro-Pop. Zum Yellow Magic Orchestra gehörte unter anderem Ryuichi Sakamoto, der wohl weltweit erfolgreichsten Musiker Japans.
Von Japan machen wir einen großen Sprung über Deutschland nach Chile. Dort lebt Uwe Schmidt, mittlerweile besser bekannt als Señor Coconut. Sein neustes Werk heißt Yellow Fever! Und Señor Coconut verwurschtet darauf nicht nur die Songs des Yellow Magic Orchestra mit Latino-Musikern und anderen Zeitgenossen abgefahrener Musik, wie Mouse on Mars. Beantwortet wird auch die Frage: What is Coconut? Nennen wir es doch einfach Wild-World- Bastard-Pop. Und bitte, versucht beim Hören nicht, euch das Lachen zu verkneifen!
Señor Coconut yellow fever 1+ 2Essay Rec 2006 LC 13406 www.essayrecordings.com
Afro-Cuban All Stars DVD live in japan 12DM Ahora! 2004 GEMA www.dmahora.com
Die Rubrik Schau an - Musik entführt uns tief in das Herz der kubanischen Musik zu den Afro-Cuban All Stars. Für mich ist die Truppe um Juan Marcos die beste kubanische Bigband der Gegenwart. Juan Marcos bringt die Musiker der Buena-Vista-Generation mit jungen Talenten zusammen. Marcos versteht es, die unterschiedlichen Charaktere auch live zu führen und dies lässt sich auf der DVD Live in Japan sehr gut beobachten. Die Musik der Afro- Cuban All Stars ist im besten Sinne kubanisch: eigenwillig, kraftvoll und extrem präzise. Dem Livemitschnitt ist auf der DVD zudem ein ausführliches Interview mit den meisten der mitwirkenden Musiker mitgegeben.
Die spanische Gruppe Ojos de Brujo hat ihr drittes Werk veröffentlicht:
Techari. In einer Sonderedition ist der CD eine DVD beigelegt. Diese DVD bietet neben drei Musikvideos auch einen Dokfilm über die Band aus Barcelona. Was ist noch zu Ojos de Brujo zu sagen? Für Leute, die sie noch nicht kennen: Ojos de Brujo sind Personifizierung des Begriffes Weltmusik.
Ojos De Brujo techarí 11
Diquela Rec 2006 GEMA
www.ojosdebrujo.com
www.diquela.com
Cheikh Lo lamp fall 6
World Circuit 2005 LC 02339
www.worldcircuit.co.uk
Nicht nur für mich ist er einer der größten Musiker Westafrikas: Cheikh Lo.
Der senegalesische Sängers und Multi-Instrumentalist hat eine neue Platte veröffentlicht. Eingespielt im Senegal, Brasilien und Großbritannien biete die CD Lamp Fall eine ganz eigenwilligen Stilmix, der doch immer zutiefst afrikanisch ist. Je öfter ich diese Platte von Cheikh Lo höre, desto mehr brennt sie sich in mein Herz.
Dort findet ihr auch die CD Kaba Horo von Lubo Alexandrov, der dafür hier und jetzt den Goldenen Orsino verliehen bekommt. Der Gitarrist und Komponist Lubo Alexandrov stammt aus Bulgarien und lebt heute in Kanada.
Auf seinem Debütalbum kombiniert Alexandrov auf virtuose und packende Weise die Leidenschaft der Balkan- und Gypsy-Musik, den wilden Drive traditioneller bulgarischer Tänze und die Kühle urbaner Jazz-Grooves. Mit sieben ausgezeichneten Musikern macht Lubo Alexandrov Musik, die Weltmusik im besten Wortsinne ist und dafür den Goldenen Orsino redlich verdient hat.
Orsino muß sich damit für heute auch schon wieder verabschieden. Mehr Infos zu den vorgestellten CDs und Musikern findet ihr im Internet unter www.querfunk.de. Orsino verabschiedet sich auf flämisch mit tot ziens und dankt daran: Gute Musik gibt es überall, haltet die Herzen und Ohren offen.
Lubo Alexandrov kaba horo 3
Enja 2006 LC 03126
www.luboalexandrov.com
www.enjarecords.com