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QUERFUNK 104,8 MHz
Freies Radio Karlsruhe |
Orsinos Lied 09.10.2005
Studio 0721 / 38 50 30 |
Redaktion & Moderation: Roland Altenburger
www.querfunk.de/sendungen/orsino
kontakt: orsino@querfunk.de
Orsino-Jingle
Da die Musik der Liebe Nahrung ist, will ich Euch mit einem abwechslungsreichen Mahl aus aller Welt verköstigen. Herzlich Willkommen zur Weltmusiksendung beim Querfunk, herzlich willkommen bei Orsinos Lied, herzlich willkommen sagt Orsino.
In der kommenden Stunde erwartet Euch unter anderem Musik aus dem Kongo und dem Irak. Schau - an Musik stellt eine indische und eine brasilianische Konzert-DVD vor und der Goldene Orsino geht an Arkady Shilkloper für seine Produktion Presente para Moscou.
Los geht's mit einem Dreierpakt, der Musik aus Korsika, Polen und Ägypten bietet. Obwohl aus sehr verschiedenen Gegenden und Kulturen sind doch alle drei Songs Tangos. Und zwar alte Tangos, die einst auf Schellack verbreitet wurden und nun wieder veröffentlicht worden. Schon vor dem I. Weltkrieg kamen die ersten argentinischen Tangomusiker nach Europa. Schnell verbreitete sich der Tango auf dem ganzen Kontinent und feierte sowohl in edlen Salons als auch in billigen Kneipen riesige Erfolge. Tino Rossi, der korsische Sänger, war nicht nur gefeierter Chansonnier, Opernsänger und Schauspieler, sondern auch ein gefeierter Tangostar. Seine Popularität war so gross, dass Tino Rossi auch über 20 Jahre nach seinem Tod immer noch Star ist. Rossi macht klar, das sich neben dem argentischen Spanisch auch das französisch sehr gut für die erotische Traurigkeit des Tangos eignet.
In Polen war der Tango vor allem in den 20er und 30er Jahren populär. Nach dem diese Musik in unserem Nachbarland lange Zeit von den Musikern stiefmütterlich behandelt wurde, bildet sich gerade eine neuen polnische Tangoszene heraus. Stars der ersten Blütezeit waren unter anderem die Sängerin Hanka Ordonowna und das außergewöhnliche Männergesangsquarett Dana. Eine hinreisende Aufnahme aus dem Jahr 1929 lässt Hanka Ordonowna in Begleitung des Chor Dana hören und macht klar, dass sich auch polnisch durchaus als Tangosprache eignet.
Mir völlig neu war, dass es auch im arabischen Raum, beispielsweise in Ägypten eine grosse Tango-Szene gab. Farid el Atrache und seine Schwester Asmahan waren in Ägypten in den 30er Jahren grosse Stars. Das spannende an ihren Tangos ist, dass Farid und Asmahan arabische Klänge in ihre Tangos einfliessen liessen. Arabisch als Tangosprache macht nun vollends klar, dass Tango eine Universalsprache ist. Die drei Tangos stammen von drei Platten, die sich Old World Tangos Eins, Zwei und Drei nennen und ein wunderbares Spektrum von alten Tangos aus aller Welt bieten. Zu finden sind auf diesen Platten auch 61 Tangos auch aus Rumänien und Italien, aus Algerien und der Türkei, Russland und Griechenland. Und das Beste zum Schluss: die Reihe Old World Tangos soll fortgesetzt werden. Wir können also gespannt sein, was für Perlen uns da noch präsentiert werden. Jetzt aber erstmal Tino Rossi, Hanka Ordonowna mit Chor Dana und schliesslich Farid el Atrache und Asmahan.
V.A. old world tangos II 9 3.04
Oriente 2002 LC 03592 www.oriente.de
V.A. old world tangos III 4 2.56
Oriente 2002 LC 03592 www.oriente.de
V.A. old world tangos I 4.15
Oriente 2002 LC 03592 www.oriente.de
Vom ägyptischen Tango zu traditioneller Musik aus dem Irak. Eine der spannendsten Sängerinnen aus dem kriegsgebeutelten Land ist Farida Mohammed Ali. Noch bevor Mister Bush und seine Willigen im Irak einmarschierte, nahm Farida eine Platte mit traditionellen Liedern auf. Die Bänder dieser Aufnahmen sind erhalten geblieben und nun veröffentlicht worden. Nicht nur Faridas Stimme überzeugt, sondern auch der für traditionelle Lieder ungewöhnliche Einsatz eines Keyboards. Diese wurde zum Glück jedoch nicht zum prägenden Instrument der Produktionen und fügt sich gut in die Reihe traditioneller Instrumente ein. Dies ist in dieser Art wirklich ein grosse und wunderbare Ausnahme. Die Platte von Farida heisst Mawal & Maqama Iraqi und ist nicht nur ein Genuss für Freunde der arabischen Musik.
Farida mawal & maqama iraqi 1 12.55
Music & Words 2005 LC 01221 http://www.farid amaqam4u.com/
www.musicwords.nl
V.A. golden afrique vol.2 II 9.03
Network 2005 LC 06759 www.networkmedien.de
Die kongolesische Sängern M'pongo Love mit einem zauberhaften Song aus der goldenen Zeit des frühen Afropops. Golden Afrique Vol.2 präsentiert wie Teil Eins herausragende afrikanischen Songs aus den 50er bis 80er Jahren.
Die neue Doppel-CD widmet sich diesmal ganz der Tanzmusik Kongos. In 27 Songs wird die Geschichte der zentralafrikanischen Gitarrenmusik von der afrikanischen Rumba bis zu den Frühformen der Soukous-Musik dokumentiert.
Zu hören sind Stars wie Manu Dibango, Franco mitseiner Band O.K.Jazz und Sam Mangwana sowie Joseph Kabasele und African Jazz. Diese Musik eroberte ganz Afrika und beweisst noch heute, dass die damaligen Musiker trotz teils katastrophaler Bedingungen in der Lage waren hochintelligente und zeitlose Songs zu produzieren. Kein Wunder das diese Zeit immer noch als die goldene Ära der afrikanischen Popmusik bezeichnet wird. Diese Doppel-CD ist wieder mal ein Muss für jeden Weltmusikfreund.
Mitten in einer neuen Goldenen Ära ist gerade das indische Kino. Denn nach Jahrzehnten der Ignoranz hat nun auch der Westen entdeckt, das nicht die USA, sondern Indien weltweit die meisten Filme produziert. Geprägt ist der indische Film von extensiven Musikeinlagen, die so machen Sänger und manche Sängerin über die Landwand zum Star gemacht haben. Einer dieser Sänger ist Jagjit Singh aus Rajasthan. Im Gegensatz zu seinen Kollegen hat sich Jagjit Singh nicht der Popmusik, sondern dem traditionellen Ghazal verschrieben.
Die DVD Dastaan e Ghazal bietet fast zwei Stunden Musik, neben eine Konzertmitschnitt auch noch neue Musikvideos mit Jagjit Singh. Zwar sind weder Ton- noch Soundqualität berauschend, trotzdem ist es spannend zu erleben, wie Jagjit Singh ausserhalb des Filmkontextes seine Lieder zelebriert.
Jagjit Singh dvd dastaan e ghazal 4 6.10
Saregama 2003 Gema
Maria Bethânia dvd brasileirinho ao vivo 31 4.21
Sarapui 2004 Gema www.biscoitofino.com.br
www.zyx.de
Sie zählt zu den ganz grossen Stars der Música Popular Brasileira: Maria Bethânia. Auf ihrer DVD Brasileirinho ao Vivo präsentiert sich die fast 60- jährige Sängerin als wahres Energiebündel. In einem rund einundhalbstündigen Konzert präsentiert Maria Bethânia mit Unterstützung der Gruppen Uakti und Tira Poeira alte und neue Songs. Zudem treten ihren Kolleginnen Miúcha und Nana Caymmi teils solo, teils im Duett mit Maria Bethânia auf. Neben dem Konzert wird auch noch ein bisschen Bonusmaterial, wie es heute halt so üblich ist. Zwar kommt die DVD ein bisschen sehr artig daher, aber in Anbetracht der Situation, dass DVDs mit brasilianischer Musik hierzulande noch sehr selten zu bekommen sind, ist die Scheibe von Maria Bethânia durchaus sehen- und hörenswert, nicht nur für Fans von Maria Bethânia und der Música Popular Brasileira.
Vom heissen Brasilien ins kalte Finnland. Dort hat sich mit vier Platten Kimmo Pohjonen als einer der spannendsten Akkordeonspieler der Welt bekannt gemacht. In immer neuen Projekten lotet Pohjonen die Möglichkeiten seines Instruments aus und scheut keine Grenzüberschreitungen. Seine neuste Gruppe heisst KTU. Hinter diesem Kürzel verbergen sich neben Pohjonen sein Langzeitpartner, der finnischen DJ und Klangtüftler Samuli Kasminen sowie die King Crimson-Männern Pat Mastelotto und Trey Gunn. Das gemeinsame Werk heisst 8 Armed Monkey und klingt, als ob Schamanen im Industriegebiet ihre Rituale feiern. Also aufpassen, dass ihr nicht gleich ungewollt in Trance fallt. Schürt eure Radios fest: KTU!
KTU 8 armed monkey 2 8.37
Westpark 2005 LC 07535www.kimmopohjonen.com
www.trexgunn.com
www.patmastelotto.com
www.westparkmusic.de
Der Goldene Orsino. Diese Auszeichnung für eine Produktion, deren Songs wirklich die Bezeichnung Weltmusik verdienen, geht heute an Arkady Shilkloper für sein Album Presente para Moscou. Shilkloper ist einer der spannendsten Hornspieler Russlands. Im Westen ist er vor allem als Mitglied des Moscow Art Trios bekannt, das eine neuartige Mischung aus Jazz und russischer Folklore bietet. In frühen Jahren spielte Arkady Shilkloper jedoch unter anderem im Ensemble des Bolschoi Theaters und der Moskauer Philharmonie. Für seine aktuelles Album Presente para Moscou lud Shilkloper zwölf stilistisch sehr unterschiedliche Musiker ein, unter anderm den tunesischen Udspieler und Sänger Dhafer Youssef, den brasilianischen Gitarrist Alegre Correa und den aus Österreich stammenden Bassist Georg Breinschmid. Die Stücke sind abwechslungsreich wie ein musikalisches Kaleidoskop sind. Teils sind sie live in Moskau eingespielt worden.
Presente para Moscou ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Weltmusikalbum und dafür hier für Arkady Shilkloper den Goldnen Orsino.
Ich muss sich damit schon wieder verabschieden. Mehr Infos zu den vorgestellten Platten und Musikern findet ihr im Internet unter www.querfunk.de, dort zu Orsinos Lied durchklicken. Orsino verabschiedet sich für heute auf somali: nabadgelyo und denkt daran: Gute Musik gibt es überall, haltet die Ohren und Herzen offen.
Arkady Shilkloper presente para moscou 8 8.52
Jaro 2005 LC 08648 www.jaro.de