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QUERFUNK 104,8 MHz
Freies Radio Karlsruhe |
Orsinos Lied 08.12.2002
Studio 0721 / 38 50 30 |
Redaktion & Moderation: Roland Altenburger
www.querfunk.de/sendungen/orsino kontakt: orsinoslied@querfunk.de
Orsino-Jingle
Da die Musik der Liebe Nahrung ist, nun wieder tönende Speisen aus aller Welt. Herzlich Willkommen zur Weltmusiksendung beim Querfunk, herzlich Willkommen bei Orsinos Lied, herzlich Willkommen sagt der Orsino.
In der Vorweihnachtszeit reden immer alle von Männern: vom Nikolaus, vom Weihnachtsmann und vom Christkind. Das machen wir hier nicht sondern wenden uns dem weiblichen Teil der Geschichte zu. Heute geht's also um Maria, d.h.
um das weibliche Geschlecht - sprich Sängerinnen und Musikerinnen, unter anderem aus Zentralasien und Nordindien, Westafrika und Osteuropa. Der Schatz aus der Schellackkiste stammt natürlich auch von einer Frau und der Goldene Orsino geht an die den Bulgarischen Fauenchor Angelite für ihre Produktion "Balkan Passions".
Los geht's mit Musik aus der Südsee, genauergesagt Musik aus Neuseeland und Hawaii. Big Belly Woman nennt sich ein Frauenchor aus Neuseeland. Die Sängerinnen gehören zum Stamm der Maori und singen traditionelle Lieder im zeitgemässem Soundkleid. Zu finden sind Big Belly Woman auf einer Doppelcd, die den seltsamen Namen "Pacific Hotel" trägt. Zusammengestellt wurde die Produktion von den DJs der französischen Formation Electro Mana. 28 Songs von Musikerinnen und Musikern aus Australien, Neukaledeonien, Fidschi, Hawaii und eben Big Belly Woman aus Neuseeland. Die vorgestellten Bands sind hier noch völlig unbekannt, aber vielleicht schaffen es durch diesen Samplern, Trinityroots, E.O.N., Full Fathom Five oder Prop auch hier bekannt zu werden. Das Potential hätten so ziemlich alle Bands. Und da "Pacific Hotel" so vielfälligt und erleuchend ist, nach Big Belly Woman gleich noch Amy Hanaiali'i aus Hawaii von mit ihrem hollywoodreifen Nachkriegsjazz. "Pacific Hotel - A Chill out experience from Honolulu to Sydney".
V.A.: Big Belly Woman + Amy Hanaiali'i pacific hotel II/13 + I/4 4.35 + 5.35
Oceania Rec 2002 Gema
www.oceaniarecords.com
Galina Durmushliyska the enchanting voice of bulgaria 17 2.35
ARC 2002 lc 05111
www.arcmusic.co.uk
Eine Stimme: klar wie reines Wasser - Galina Durmushliyska. Die 43-jährige Sängerin stammt aus dem Nordosten Bulgariens und stand schon mit 7 Jahren auf der Bühne. Galina Durmushliyska lebt heute in Holland und hat mittlerweile mit verschiedenen Gruppen aus Jazz und Folk zusammengearbeitet. Ihrer aktuelle Cd "The Enchanting Voice of Bulgarie" hat Galina Durmushliyska unter anderem mit dem bulgarischen Kaval-Spieler und Avantgarde-Musiker Theodosii Spassov eingespielt.
Von Bulgarien nach China und Indien. Jie Bing Chen spielt die chinesische Geige Erhu. Gemeinsam mit dem indischen Geigenspieler L. Subramaniam hat Jie Bing Chen am Project "Global Fusion" mitgewirkt. "Global Fusion" vereint Musikerinnen und Musiker u.a. aus Indien, China, Japan, Australien und Nordamerika. Manchmal kommt es ein bisschen getragen daher, aber beispielsweise das Trio von Jie Bing Chen mit L. Subramaniam und dem Tablaspieler Sandip Burman ist von bestechender Schönheit.
L.Sburamaniam global fusion 4 11.24
Erato 1999 lc 00200
www.erato.com
Kerstin Katjusha Kozubek & Irina Lakia trajo 3 3.17
Raumer Rec 2002 lc 03050
www.raumer-records.de
"Gipsy Soul meets Classic!" heisst die Platte "Trajo" im Untertitel. Und dies trifft so ziemlich genau das, was die Sängerin Kerstin Katjusha Kozubek und die Pianistin Irina Lakia präsentieren. Eine stille, aber trotzdem leidenschaftliche Produktion, die wieder einmal zeigt, wie wandlungsfähig Zigeunermusik ist. Unterstützt werden Kerstin Katjusha Kozubek und Irina Lakia vom Sintigitarristen Jonny Herzberg und vom Bassisten Bernd Gesell. Kozubek und Lakia machen klar, das auch in der deutschen Hauptstadt spannende Weltmusik entstehen kann.
Dafür bekannt ist vor allem jedoch Paris. Der französischen DJ Frederic Galliano hat junge westafrikanische Sängerinnen ins Studio geladen, um mit ihren faszinierenden vielfältigen Stimmen traditionelle westafrikanische Lieder werden per PC ins 21. Jahrhundert zu katapultiert. Aus dem Senegal kammen Fatou Sene, Aissata Balde, Cisse Diamba Kanoute, Sira Sissoko, Astou N'Diaye und Naffi Diedhou. Von der Elfenbeinküster Koko Ouadjah, aus Guinea- Bissau Hadja Koyate und schliessliche aus Mali Nahawa Doumbia und Ramatta Doussia, die ihr gleich hören werdet. "Frederic Galliano and the African Divas" - eine Platte für alle Musikliebhaber mit Spass an zeitgenössischen Sounds.
Frederic Galliano and the African Divas 2 8.31
f communications 2002 lc 01347
www.fcom.fr
Aquabella Nani Dschann 5 3.19
Jaro 2002 lc 08648
www.jaro.de
Ein altes armenisches Volkslied, in einer aussergewöhnlichen Interpretation. Aquabella nennen sich fünf Frauen aus Berlin, die der Kunst des A Cappella-Gesangs neue Farben abgewinnen. Neben armenischem bietet ihre CD "Nani Dschann" u.a. Lieder aus Irland, Chile, Südafrika. Aquabella bieten eben nicht den abgegriffenen ManhattanTransfer-Sound, sondern bieten Vokalmusik fern ab von Klischees.
Neue griechische Lieder aus dem Exil bietet die Gruppe Anonimi, wieder aus Berlin. Beeinflusst von der vielfältigen traditionellen, klassischen und modernen Klängen Europas haben Anonimi die mit ihnen befreundeten griechischen Dichter Manolis Rasoulis, Nikos Lygeros und Aris Kokkowas gebeten, Texte für sie zu schreiben. Ausserdem hat sich die Gruppe auch noch Gastmusiker aus ihrer griechischen Heimat in Studio geladen. Die Platte "Sto Labyrintho" von Anonimi hat ihre Höhepunkte, wenn Aspa Anogiati ihrer warmen Stimme freien Lauf lassen kann.
Anonimi sto labyrintho 11 3.48
Raumer Rec 2002 lc 03050
www.raumer-records.de
Gulabi Sapera & Hameed Khan music of rajasthan 7 4.16
Auvidis 1993 Gema
Die Sängerin Gulabi Sapera stammt aus Nordindien. Gemeinsam mit dem Tablaspieler Hameed Khan von Musafir und dem Sänger Siraj Khan hat Gulabi Sapera eine Platte mit traditioneller Musik aus Rajasthan eingespielt. Ein bisschen einfallslos heisst diese wunderbare Platte "Music of Rajasthan".
Die Erfindung der Schellackplatte hat es Anfang des 20. Jahrhundert erstmals ermöglicht, auch sogenannte Weltmusik weltweit in annehmbarer Qualität zu verbreiten. Heute sind alte Schellackplatten oft die einzige Möglichkeit, alte, schon ausgestorbene Volkmusiktraditionen noch hörbar zu machen. In der letzten zwei Jahren gabs in Orsinos Lied Schellacks mit Liedern aus dem Polarkreis und Westafrika, der Türkei und Griechenland, aus Kuba und Ungarn, aus Nordamerika und Österreich, aus Irland, Russland und Hawaii.
Den Abschluss macht heute eine Sängerin aus München: Elisabeth Wellano - besser bekannt als Liesl Karlstadt. Wer Liesl Karlstadt nur als Schauspielerin und Begleiterin von Karl Valentin kennt, sollte sich nun die Avantgarde-Volkssängerin Liesl Karlstadt besonders genau anhören. Denn Liesl Karlstadt begann 1910, im Alter von 18 Jahren ihre Bühnenkarriere als Volksängerin. Ein Jahr später lernte sie Karl Valentin kennen. Immer wieder trat sie jedoch auch solo auf und produzierte Platten, wie "Liesl Karlstadt singt chinesisch" aus dem Jahr 1928. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen, ausser das ihr die Aufnahme auf der CD "Liesl Karlstadt - verrückte Märchen und komische Lieder 1919-55" findet.
Liesl Karlstadt verrückte Märchen und komische Lieder 1919-55 13 2.58
Trikont 2001 lc 04270
www.trikont.de
Der letzte Goldene Orsino des Jahres 2002 geht an den Bulgarischen Frauenchor Angelite für ihre Produktion "Balkan Passions".
Angelite Balkan Passions 18 4.10
Jaro 2002 lc 08648
www.jaro.de
Ende der Achziger gab es in der Weltmusik den Boom der Bulgarischen Frauenchöre. Was Ende der 90er der Buena Vista Social Club war, war damals der Chor des Bulgarischen Rundfunks und Fernsehns, genannt: "Le Mystere des Voix Bulgares". Überall waren die Bulgarischen Frauenchöre zu hören.
Nachdem aber die Namensgebung des Chores eigentlich der Titel einer Schallplatte war und plötzlich viel Chöre unter diesem Namen auftragen, gaben sich "Le Mystere des Voix Bulgares" den neuen Namen "Angelite".
"Balkan Passion", die aktuelle Platte von Angelite bietet nun Musik vom Ganzen Balkan, bis hinein in die Türkei. Gerade hörtet Angelite mit d e r türkischen Pop-Sängerinnen überhaupt, mit Sezen Aksu. Ausserdem auf der Platten vertreten, die rumänischen Blaskapelle Fanfare Ciocarlia und die griechische Sängerin Maria Farantouri. Die CD ist mit Sicherheit die abwechslungreichste Platte des Frauenchors und mein absoluter Favorite unter ihren Produktionen. "Balkan Passions" bietet Weltmusik pur, und dafür gibt's bekanntlich den Goldenen Orsino. Mit Angelite und Maria Farantouri verabschiede ich mich. Weitere Infos zu den Musikerinnen und Platten im Internet unter www.querfunk.de.
Danke für euer Interesse. Tschüss bis zum nächsten Mal, ein glückliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch sagt Orsino. Und nicht vergessen:
gute Musik gibt es überall, haltet die Ohren offen.
Angelite Balkan Passions 16 3.43