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QUERFUNK 104,8 MHz
Freies Radio Karlsruhe |
Orsinos Lied 10.11.2002
Studio 0721 / 38 50 30 |
Redaktion & Moderation: Roland Altenburger www.querfunk.de/sendungen/orsino kontakt: orsinoslied@querfunk.de Orsino-Jingle Die Musik ist der Liebe Nahrung und damit im grauen, w\374sten November niemand an Pop-Food sterben muss, serviere ich euch eine Men\374 mit Speisen aus aller Welt. Herzlich Willkommen zur Weltmusiksendung bei Querfunk, herzlich Willkommen bei Orsinos Lied, herzlich Willkommen sagt Orsino.
Heute auf der Speisekarte unter anderem arabisches, westafrikanisches, j\374disches und mongolisches. Der Schellackschatz stammt von einer alten Bluesdiva und der Goldenen Orsino gehen an Toumani Diabate und Roswell Rudd f\374r ihre CD "Mali Cool".
Los geht's mit einer Band aus Richmond, Virginia: Bio Ritmo. Die 8-k\366pfige Band bietet eine Wahnsinnsmischung, die sich etwa so beschreiben l\344sst:
Mozart trifft Elvis im brasilianischen Viertel von Havana bei einer jiddischen Party. Bio Ritmo hat ihre Platte "Rumba Baby Rumba" am St\374ck live im Studio eingespielt und so klingt auch alles frisch und ungek\374nstelt. Damit ihr euch ein bisschen vorstellen k\366nnte, was Bio Ritmo bietet, jetzt gleich zwei St\374cke von "Rumba Baby Rumba", der bisher einzige Platte der Band. Ich verspreche euch, es bl\344sst euch alle Novembertr\374bsal weg.
Bio Ritmo rumba baby rumba 1 + 7 3-27 + 2.57
Triloka 1998 Gema
www.bioritmo.com
The Third Planet salam salam 1 5.02
Blue Flame 2000 lc 08593
www.blueflame.com
Bevor Mister Bush die irakische Kultur ganz in Grund und Boden bombt, um einen einzigen Mann zu treffen, bieten wir hier eine Alternative: Kultur als V\366lkerverst\344ndigung, Musik als Universalsprache, beispielsweise Weltmusik mit irakischen Wurzeln von The Third Planet. Die Bans ist ein Projekt von 5 Musikern aus dem Irak, Italien, Algerien und Indien. "Salam Salam" ist die dritte Platte von Third Planet und bietet einen Mix, der vor 15 Jahren wohl mit Global Beat bezeichnet worden w\344re.
Nicht Global Beat, sondern Afro-Beat der alleredelsten Sorte bietet das Orchestra Baobab. Nach zwanzig Jahren hat die geniale Band aus dem Senegal endlich wieder eine neue Platte ver\366ffentlicht. "Specialist in all styles" schliesst m\374helos an ihre Produktion "Pirate Choise" an. Diese Platte mit dem Untertitel "The Legendary 1982 Session" war eine meiner ersten afrikanischen LPs \374berhaupt und geh\366rt noch heute zu den Platten, die ich mit auf einen einsame Insel nehmen w\374rde. "Pirate Choise" wurde letztes Jahr wiederver\366ffentlicht und landete sofort wieder in den Top Ten der Worldmusic-Charts. Wenn ich mich jedoch zwischen der alten Platte und der neue Platte vom Orchestra Baobab entscheiden m\374sste, ich w\374rde mich sehr schwer tun. Der Titel der aktuellen Produktion "Specialst in all styles" ist n\344mlich w\366rtlich zu nehmen. Denn auch Afro-Pop-Superstar Youssou N`Dour und Buena Vista Social Club - S\344nger Ibrahim Ferrer sind mit von der Partie.
Orchestra Baobab sind einfach nach wie vor einen der besten Bands aus Westafrika. Klar, jetzt erst ein St\374ck von der neuen Platte mit Ibrahim Ferrer und Youssou N'Dour und im Anschluss eine St\374ck von "Pirate Choice".
Orchestra Baobab specialist in all styles 7 5.52
World Circuit 2002 lc 02339
www.worldcircuit.co.uk
Orchestra Baobab pirate choice 4 6.39
World Circuit 1989 lc 00542
David Krakauers Klezmer Madness the twelve tribes 1 3.17
Label Bleu 2002 lc 09743
www.label-bleu.com
Je weiter sich der Klarinettenspieler David Krakauer von seiner klassischen Ausbildung und seinen jiddischen Wurzeln entfernt, um so spannender werden seine Platten. Es grenzt schon fast an Avantgarde-Jazz und Funk, was David Krakauer da mit seinen Band Klezmer Madness treibt. Klar bieten David Kraukauer's Klezmer Madness auf ihrer Platte "The Twelve Tribes" immer noch Klezmer, aber Fans von Giora Feidman werden sich die Haare raufen.
David Krakauers Sound kann nur in der Radical Jewish Culture New Yorks entstehen.
Wie Krakauer geht auch Enkh Jargal frei mit seinen kulturellen Wurzeln um, ohne sie zu verleugnen. Enkh Jargal stammt aus der Mongolei und lebt seit vielen Jahren in Europa. Er spielt die mongolischen Pferdegeige Morin Khoor und beherrscht zudem den zentralasiatischen Kehlkopfgesang. Weltmusikfreaks wurde er durch seine Zusammenarbeit mit R\374diger Oppermann bekannt. Der Harfenspieler Oppermann ist auch auf Enkh Jargals erster Solo-CD "Hoirr \326ng\366" als einer der Gastmusiker Gastmusiker vertreten. Neben sogenannten Weltmusikst\374cken und traditionellen mongolischen Lieder bietet die Platte z.B. auch ein Pas de Deux f\374r vier Pferdegeigen. F\374r mich als bekennenden postmodernen Romatiker das sch\366nste St\374ck auf der Platte von Enkh Jargal.
Enkh Jargal hoirr \366ng\366 11 4.56
Klangwelten 2002 lc 06818
www.klangwelten.net
Jony Iliev & Band ma maren ma 2+3 0.43+4.15
Asphalt Tango 2002 lc 12494
www.jony-iliev.com
Arto Lindsay prise 6 4.36
Rykodisc 1999 lc 02619
www.rykodisc.com
Er stammt aus Brasilien, lebt in New York und mischt dort heftig in der Avantgarde- und Jazz-Szene mit: Arto Lindsay. Nie jedoch hat der S\344nger, Gitarrist, Komponist und Produzent seine Wurzeln vergessen. Wenn sich Arto Lindsay dann mal der brasilianischen Musik zuwendet, dann bekommen Samba und Bossa Nova einen Kick in Richtung Zukunft. Ein Beispiel daf\374r: Arto Lindsay Platte: "Prize".
Zuvor h\366rtet ihr Jony Iliev. Wenige Zigeunermusiker pr\344sentieren ihrer Musik so frisch und unverbraucht, wie der 32-j\344hrige Bulgare Jony Iliev.
Kein Kitsch, kein Pl\374sch, keine Klischees - sondern Musik pur. Jony Iliev mit seiner wunderbar warmen, modulationsreichen Stimme wird auf der Platte "Ma Maren Ma" unterst\374tzt von einer erstklassigen Band aus bulgarischen Zigeunermusikern. Mit dabei auch sein Bruder Boril Iliev am Saxophon.
Und schon sind wir in der Schellackrubrik.
Unter dem Titel: Flashbacks hat der Musikjournalist Werner Pieper 6 CD mit us-amerikanischen Songs aus den 20ern bis 40ern verh\366ffentlicht. Geordnet nach Themen wie Drogensongs, Kriegslieder oder Gospel werden die versch\374tteten Wurzeln der Popmusik aufgedeckt. Auf "Heartbreakers - blue and lonely" ist unter anderem die faszinierende Bertha Chippie Hill zu h\366ren. Geboren 1905 in South Carolina, war Bertha Chippie Hill schon als Teenie ein Star. Sie war eine der ganz grossen Bluess\344ngerinnen, sang aber auch Jazz, u.a. mit Louis Amstrong. Leider starb Bertha Chippie Hill schon 1950, gerade mal 45 Jahre alt. Passend zum Wetter h\366rt ihr jetzt ihren Songe "Some cold rainy day" aus dem Jahr 1928.
V.A. Flashback # 4 16 3.14
Trikont 2000 lc 04270
www.trikont.de
So, und nun wie gewohnt, das Grande Finale: die Verleihung des Goldenen Orsino. The Winner are: Roswell Rudd and Toumani Diabate. Ausgezeichnet wird ihre Produktion "Mali Cool".
Rudd&Diabate mali cool 1 6.31
Universal 2002 lc 00699
www.malicool.com
"Mali Cool"- der Titel der CD ist zwar alles andere als einfallsreich und treffend, aber was Roswell Rudd und Toumani Diabate auf dieser Platte musikalisch bieten, ist grandios. Roswell Rudd spielt Posaune und ist aus der us-amerikanischen Jazz- und Avantgarde-Szene eine stehende Gr\366sse.
Toumani Diabate spielt die afrikanische Harfe Kora und geh\366rt zu den innovativsten westafrikanischen Musikern \374berhaupt. Erst vor gut zwei Jahren Toumani Diabate hat eine mittlerweile legend\344re Platte mit der Bluesikone Taj Mahal eingespielt. Mit "Mali Cool" haben Rudd und Diabate und dessen Band eine Platte produziert, deren Musik nicht anders als mit dem Begriff Weltmusik charakterisiert werden kann. Tja und daf\374r gibt es hier den Goldenen Orsino.
Mit Mali Cool verabschiede ich mich auch schon wieder. Mehr Infos zu den Musikern und Platten im Internet unter www.querfunk.de. Ciao sagt Orsino und nicht vergessen: Gute Musik gibt es \374berall, haltet die Ohren offen.
Rudd&Diabate mali cool 3 5.40