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GewinnerInnen 20032003 hatten wir keinen Hörspielpreis ausgeschrieben. GewinnerInnen 2002Frau Vetter (23:51 min) Klappe zu. Affe tot. (9:31 min) Möllemania 2002 (12:45 min) GewinnerInnen 2001Acht Uhr Eins (12:24 min) Der mörderisch gute Aktenvernichter (1:22 min) Magritte (29:59 min) Pfirde (10:08 min) GewinnerInnen 2000
GewinnerInnen 1999
GewinnerInnen 1998Hörspielpreis 2002: GewinnerInnenFrau Vetter (23:51 min) Frau Vetter - ein authentisches Hörspiel über eine alte Frau die in München in einfachen, ja armen Verhältnissen lebt, und sich trotz widriger Umstände eine gehörige Portion Lebenslust bewahrt hat. Petra Magdalena Kammerer beschreibt mit Ihrem Text die letzten Monate im Leben der Frau Vetter. Musik von Andreas Panitz, Originalaufnahmen der Frau Vetter, einer darübergelegten besser verständlichen Stimme die Frau Vetter quasi übersetzt, Kinderstimmen und O-Töne aus dem Münchner Hofbräuhaus sind die Elemente die in diesem Hörspiel auf überzeugende Weise zusammengesetzt werden. Sie tauchen vor uns auf, die Frau Vetter, der Schrebergarten, ihr stark mitgenommenes Haus mit diesem ätzenden Vermieter, - mit allen Sinnen nehmen wir das Hörstück und dessen Atmosphäre war. In 24 Minuten erleben wir die bewegende Geschichte der Frau Vetter bis zu Ihrem tragischen Ende. Ein rundum gelungenes Hörspiel. Klappe zu. Affe tot. (9:31 min) Ein Hörspiel das vom ganz normale Leben erzählt. Von der unklaren Zukunft, den Besserwissereien anderer und des Verliebtseins. Und diese Stelle des Verliebtseins hat uns am Besten gefallen. In der Collage werden Sprüche inszeniert, die einem um die Ohren fliegen, ohne daß man weiß warum. Und alles in einer interessanten Art und Weise. Klappe zu Affe tot ist ein kurzes, vielschichtiges, schönes, nachdenkliches, auch zynisches und lustiges Stück, welches beim zweiten mal hören noch interessanter wird. Auf jeden Fall läßt es viel Platz sich eigene Gedanken zu machen. Möllemania 2002 (12:45 min)
In der knapp dreizehnminütigen Collage kommen politische Meinungsführer und
Personen des öffentlichen Lebens zu Wort. Ihre Äußerungen sind Interviews,
Talkshows entnommen, die - so die übliche Erwartung - zur politischen
Meinungsbildung in diesem Lande beitragen sollen. Reduziert auf wenige Sätze
und Einwürfe kristallisiert sich der Kern ihrer Überzeugungen heraus. Und
dies um so mehr, als ihre Äußerungen mit denen des politischen Gegners
schroff kontrastieren.
Hörspielpreis 2001: GewinnerInnenEcki Göbel und Team (Weimar): "Acht Uhr Eins" 2001 (12:24 min) "Acht Uhr Eins" spielt in der Küche eines Blinden. Sämtliche Maschinen und Geräte, selbst der Mülleimer haben die menschliche Sprache zwar nicht akzentfrei, dennoch fast perfekt erlernt. So entsteht untereinander Kommunikation, die Küchengeräte und anderen Maschinen aus dem Haushalt leben in einer fröhlichen Lebensgemeinschaft mit all den Höhen und Tiefen. Der Herd tröstet den Kühlschrank, der an Schlafstörungen leidet. Die Uhr und das Radio streiten sich, wer die Zeit ansagen darf. Alles ganz menschlich. Doch eines morgens bringt der Rasierer, der aus dem fernen Badezimmer anreist, beunruhigende Nachrichten... Querfunk-Kultur hat sich entschlossen dieses Hörspiel von Ecki Göbel aus Weimar mit einer Roten Röhre zu prämieren, da uns vor allem die witzigen Dialoge zwischen den Geräten sehr gut gefallen haben. Dadurch, daß die Geräte unter anderem mit entsprechenden Dialekten ausgestattet wurden, werden die einzelnen Charaktere witzig, treffend und einfach herausgestellt. Auszeichnungswürdig finden wir auch den Aufbau des Stückes, denn die Spannung des kurzweiligen Küchenhörspieles, die sich gegen Ende immer mehr steigert, entlädt sich unerwartet am Schluß der Geschichte. Misha Nothegger, Gerlinde Hudl (Wien, A): "Der mörderisch gute Aktenvernichter" 2001 (1:22 min) In der Rubrik Kurzknaller vergaben wir dieses Jahr eine Rote Röhre. Ein Produzentinnenteam hat es geschafft 'eine wahrhaft spannende Geschichte' als Kurzhörstück zu präsentieren. Ohne viel Aufwand, ohne viel Zauberei ist ein gutes humorvolles Stück entstanden. Dazu noch die ausgefallene Handlung, genau das hat die Jury dann überzeugt. Der Aktenvernichter als Station kurz vor dem Ende des Geschriebene agiert wie es sich gehört. Dadurch erlischt die Funktion des Papieres, hier als weibliche Figur dargestellt, gewaltig, lustig, sehr kreischend, doch lustvoll. Erst vernichtet ist jedes Blatt gleich und doch sollte es jedem Papier zweimal passieren. Mike Markart, Ingo Timmerer (Gross St. Florian, A): "Magritte" 2001 (29:59 min) Eine der vier Roten Röhren die Querfunk-Kultur vergibt, geht an Mike Markart und Ingo Timmerer aus Österreich. Ob der Titel in Zusammenhang mit dem surrealistischen Maler René Magritte steht, haben wir uns beim ersten gemeinsamen Hören gefragt. Der sagte einmal: "Ich sehe nur das, was jedermann sieht: den Himmel, Bäume, Berge. Ich sehe nichts Unsichtbares wie die Menschen die Visionen haben." Magritte haßte es wenn seine Bilder interpretiert wurden, wollte keineTraumwelt hineingedeutet wissen. Seine Kunst war es, mit vertrauten Gegenständen unseren Sinn fürs Alltägliche zu zerstören, unsere Gewohnheiten zu sabotieren und die reale Welt in Frage zu stellen. Mike Markart aus Gross St. Florian in Österreich, schafft mit seinem bereits preisgekrönten Text etwas ganz ähnliches - auch wenn man nichts von dem Maler Magritte weiß. Alltägliche Begebenheiten und Wahrnehmungen ganz ungewohnt zusammengebracht, scheinen trotzdem eine Handlung zu ergeben, aufmerksames Zuhören fällt leicht. Die zu Wortspitzen ausgefeilten Texte begeistern: "Auf einem der vielen Balkone sitzt eine Familie, eingeschlagen in Eichenholz. Ein schönes Bild. Die verbringen einen Sonntagnachmittag nach dem Vorbild der großen Ordnung, denke ich. Frachtfertige Menschen. Jener ideale Zustand." Mit fotografischen stark verlangsamenden Wahrnehmungen schärft Markart die Sinne: "Zuerst kommt der Hund, dann die gespannte Leine, die von seinem Hals in einer Diagonalen zu seiner Hand führt, welche aus einem hellbraunen Mantelärmel hervorgeht, dann ist die Frau schon vollkommen aus dem Haus getreten." Fein, sehr sorgsam ausgewählt und bearbeitet ist die begleitende Musik. Erst langsam ruhig dahin fließend, dann plätschernd um sich am Schluß mit den Ereignissen zu überschlagen, unterstützt der Klangteppich die Handlung ohne sie zu dominieren. Zusammen mit der lakonischen Stimme von Mike Markart entsteht ein dichtes atmosphärisches Stück daß gleichsam eine hypnotische Anziehungskraft auf die Zuhörenden ausübt. Michael Stauffer, René Desalmand (Frauenfeld, Ch): "Pfirde" 2001 (10:08 min)
Exotisches Ethnohörspiel oder sprachinsistierende Dialektstudie? Das Hörspiel "Pfirde" ist für deutsche Ohren eine semantische Herausforderung. Der Schweizer Michael Stauffer aus Frauenfeld hat ein lakonisches Alpendrama verfaßt. Als Chronist bezeugt er, was sich seinerzeit im Emmental abspielte. Obwohl nur Zeuge aus zweiter Hand - die Informationen stammen von seinem Cousin - entwirft er ein kraftvolles Szenario einer entlegenen, auf sich selbst bezogenen Welt. Fantastische Alpenpfirde bevölkern die Alpwiesen. Als pantheistische Kraftwesen scheinen sie den Menschen überlegen zu sein. Diese selbst sind in ihre familiären Bräuche verstrickt, oftmals mit letalem Ausgang, manchmal auch nur mit einer Bankrotterklärung am Ende von Liebschaften. Und weil sich das so schon seit Menschengedenken abspielt, hilft nur der Gesang. Und überhaupt kommt das Hörspiel fast wie ein Musikstück daher. Als ob es spontan entstanden wäre. Doch die durchgängige Leichtigkeit ist nicht das Ergebnis großer Improvisierkunst oder etwa Zufall. Sorgfältig abgestimmte Klänge und Musiksamples, ausgeprägtes Rhythmusgefühl und der äußerst lockere Vortragsstil ergeben ein stimmiges Ganzes. Lustig ist es alle mal, der Unterhaltungswert steigt sogar beträchtlich beim wiederholten Hörerlebnis. Das Ergebnis ist ein ungewöhnlicher Blickwinkel in die Alpen, trotz Schweizerdeutsch und Kuhglockengebimmel bestimmt keine Folklore. Hörspielpreis 2000: GewinnerInnenJens W. Gantzel: "Zündstoff", Bielefeld, 2000 (21 min) Als Radio- Satire dargestellt, präsentiert das Magazin "Zündstoff", das immer aktuelle und brissante Themen vorbereitet, ein Feature über das neue Wettbüro in Berlin. Am Rande des Vertretbaren können hier Extremwetten abgeschlossen werden. Hier werden zum Beispiel auf den nächsten Flugzeugabsturz, Hubschraubereinsatz oder Tunnelbrand Höchstsummen gesetzt. Das bringt mehr Spaß, das bringt mehr ein. Moralische Einschränkungen gibt es nicht. Der Inhaber des Wettbüros ist Studiogast, einige Straßeninterview vor dem Wettbüro werden gesendet und außerdem kommen natürlich BesucherInnen des Wettbüros für Katastrophenwetten zu Wort. Markus Mähner: "Sprachregelung", München, 2000 (Kurzknaller 0,55 min) Das Stück Sprachregelung verwendet Ausschnitte aus dem Radio zum Thema Krieg in Yugoslawien. Das Stück ist drei Jahre alt. Die Wortstücke werden rythmisch aneinander gereiht. Dadurch entsteht eine Art scharfer Einwurf, der - obwohl er das aufgegriffene Thema nicht problematisiert - Assoziationen entstehen läßt bis hin zu einer Kritik an den täglichen Worthülsen, die uns durch die Medien entgegengeworfen werden. Ingeborg Woitsch: "Moskau eine Fahrt im Untergrund", Berlin, 2000 (21 min) Die Kulturredaktion hat das Stück prämiert, weil uns einerseits die technisch sehr gute Ausführung überzeugt hat. Anderseits wollten wir die interessante und vielschichtige Geschichte würdigen. Die Story spielt auf komplexen miteinander verwobenen Handlungsebenen. Die Erzählstränge sind so geschickt miteinander verkettet, daß sich die Feinheiten, die Andeutungen und Untertöne erst bei mehrmaligem, konzentrieten Zuhören erschließen. Das Stück beschreibt vordergründig eine U-Bahnfahrt in der Moskauer Metro, aber hintergründig erzählt es auch die Geschichte einer Begegnung zwischen zwei Welten. Zwischen der Welt oben, der Menschen die den Untergrund benutzen um schnellstmöglich, abseits der mit Gebäuden und Verkehr verstopften Großstadt von einem Ort zu anderem zu kommen. Für diese Menschen ist der Untergrund ein Mittel und ihr Aufenthalt dort ein kurzfristiger, übergangsweiser. Andererseits gibt es auch die Welt unten, die Menschen deren Raum benutzt wird zum schnellen Transport derjenigen, die von oben kommen. Diese Menschen leben im Untergrund weil oben in der heilen, sauberen Welt kein Platz mehr für sie ist. Bettina Klein, Sobo Swobodnik: "Bernhards Fugen", München, 2000 (14 min) "Bernhards Fugen" ist ein Hörspiel, das bis in jede Einzelheit geplant, bei dem jedes Element durchdacht ist. Bettina Klein und Sobo Swobodnik versuchen dabei das literarische Werk des österreichischen Schriftstellers Thomas Bernhard in ein Hör-Klang-Spiel zu übersetzen. Textfragmente aus Thomas Bernhards Stück "Gehen" werden verwendet. Immer wieder sind Schritte zu hören. Die Atemgeräusche nehmen Bezug auf Bernhards Lungenkrankheit. Herztöne pulsieren durch das ganze Stück, verklingen erst am Schluß. Dazu spielen zwei Fagottisten und singt ein Kantortenor. Die musikalischen Themen sind aus Stücken gewählt die zum Thema passen oder Thomas Bernhard persönlich etwas bedeutet haben. Absicht und Idee von Bettina Klein und Sobo Swobodnik sind gelungen und schlüssig im Hörspiel umgesetzt. Sie bieten aber nicht die einzige Möglichkeit sich diesem Hörkunst-Werk zu nähern. Auch ohne Vorwissen über das Werk Thomas Bernhards erwartet die Zuhörenden ein tolles Hörerlebnis. Die einzelnen Elemente sind so geschickt ineinandergefügt, daß es fast ohne Anstrengung möglich ist dem Stück konzentriert zu folgen. Spielerisch schwingt die Aufmerksamkeit der Hörenden zwischen den Ebenen des Hörspiels. Schritte und Herztöne ergeben einen beruhigenden Grundrythmus, der das nötige Fundament für die immer nur fragmentarisch zu verstehenden Texte und die über vorgegebenen Themen improvisierter Musik bietet. Trotz der inhaltsschweren Elemente entsteht eine Leichtigkeit die das Zuhören zum Genuß macht. Gerne würde man noch länger lauschen. Hörspielpreis 1999: GewinnerInnenKerstin Faude: "Das Expertentreffen", Berlin, 1999 (30 min) Ein erfolgsverwöhnter Journalist wird durch einen Anruf auf das weniger erfolgreich verlaufende Lebensgeschick anderer aufmerksam gemacht und wittert das publikumswirksame Thema für sein nächstes Buch. Unter dem Vorwand eines Seminars, dem "Expertentreffen", das lebensgebeutelten Existenzen mit Rat und Tat zur Seite stehen will, versteckt er sein journalistisches Interesse und sammelt skurrile bis mitleidsheischende Kandidaten. Selbstredend ist der Journalist Therapeut und Vorbild in einem. Doch die Feldforschung scheitert an gruppendynamischen Prozessen: der ungeschickte Hobbybastler erobert mittels seiner multifunktionalen Erfindung die Zuneigung der beziehungsgeschädigten Seminarteilnehmerin; die verhinderte Selbstmordkandidatin erlebt eine triumphales Finale; die finanzielle Misere des Spielers löst sich mittels Ideenklau in Wohlgefallen auf. Scheinen durch die Revolte der Gruppenmitglieder die Rollen vertauscht, so überrascht das Hörspiel mit einem sich überschlagenden Ende, in dem menschliches Glück und gesellschaftlicher Erfolg sich wechselseitig beeinflussen, weil der Vergleich alles relativiert. Petra Schachinger: "Die Wohngemeinschaft", Wien, 1998 (34 min) Welchen Belastungen eine WG ausgesetzt ist, wenn zwei Heteros auf zwei Homos treffen und alle ihre Vorlieben verschweigen, wird hier anhand eines Szenarios erzählt, das die Räume der DreierWG von Elly, Jakob und Hans niemals verläßt. Die Besuche von Anna bringen das fragile Dreierverhältnis ins Schwanken. Auf einmal klären sich emotionale Wünsche - allerdings nur insgeheim -, während weiterhin Ungewißheit über die Gefühle des begehrten Anderen besteht. Angst und Scheu vor Ablehnung halten alle Beteiligten davor zurück, ihre Gefühle einzustehen, vor allem die homosexuell Liebenden befürchten negative Reaktionen. So werden in den Monologen zugleich die anderen gespiegelt, und es ergibt sich ein Kaleidoskop unterschiedlicher Blickwinkel, das die Typenfestlegung der einzelnen Figuren aufbricht. Die Enge der WG, zudem noch mit dem Übel eines Durchgangzimmers geschlagen, verschärft den schwelenden Konflikt, bis der Clown Jakob im Alkoholrausch den Ausbruch versucht. Am Ende verlassen alle genervt das Zimmer: Lieber als gelallten Wahrheiten vertraut man der eigenen Gefühlsmaskerade. Ralf Werner: "Die Krähen", Köln, 1998 (32 min) Dem Hörspiel ist ein Prolog in Form eines Gedichts über halluzigene Pilze vorangestellt. Traum oder Wirklichkeit, wer mag so eingestimmt, über die Wahrheit des Hauptteils entscheiden? Dort ist die schrittweise Anverwandlung eines Mannes in eine Krähe geschildert: über das zunächst lakonisch registrierte Verständnis ihrer Krächzlaute, einer neuen, weil vogelspezifischen Wahrnehmung der Landschaft bis hin zum rauschhaften Flug inmitten einer Krähenschar. Das Hörspiel arbeitet mit poetischen Bildern, Textwiederholungen und musikalischen Cello-Untermalungen, die den ornithologischen Höhenflug zur verdichteten Phantasie eines Spaziergangs werden lassen. Hörspielpreis 1998: GewinnerInnenNadine Tielebörger: "Charlie Pond", Karlsruhe, 1998 (8 min) Die Persiflage auf die Kinoreihe " James Bond 007" wurde von Nadine Tielebörger eingesandt. Sie hat das Stück geschrieben und mit drei Ausländerkindern einer Nachhilfegruppe der Grundschule in Waldorf aufgenommen. Die übermenschlichen Fähigkeiten des Helden werden auf ironische Weise karikiert. Beeindruckt hat auch die Darstellung des fiesen Gegenspielers, dessen Stimme Brutalität ausstrahlt; dies ist vorallem im Bezug auf das Alter und der Sprachgewandheit der Kinder beeindruckend. Ebenso überzeugt hat die Einbindung der Musik und Geräusche in den Handlungsablauf, der dadurch prima strukturiert wird. Das Hörspiel wird gewürzt durch klasse Gags, und hier hat uns das Haus begeistert, das eine Eiform hat und dann tatsächlich innen alles aus Dotter ist. Dirk Böhme: "Deutschland", Karlsruhe, 1998 (10 min) Die Collage besteht aus einer Endlosschleife " Deutschland- Deutschland..." ,über die verschiedene Sprachschnipsel eingeblendet werden. Diese sind aus dem Fernsehgerät mitgeschnittene Sprachfetzen von bekannten Persönlichkeiten aus Funk und Fernsehen, die sich auf die Deutschlandthematik beziehen. Durch die geziehlte Auswahl der Sprachschnipsel und die eindringliche Wiederholung des Themas, entsteht ein überzeugendes Stimmungsbild dieses Landes. Die HörerInnen werden nie langweilig, durch die gedanklichen Peinlichkeiten unserer öffentlicher Personen geführt. Sabine Stern: "Kontakt", Karlsruhe, 1998 (11 min) Ein Telefondialog. Ein Anruf auf eine Kontaktanzeige, der in " Telefonsex" mündet. Die angerufene Frau geht auf die Vorstellungen des Anrufers ein, bringt den Mann dazu seine Vorlieben genau zu formulieren.Dieses Wechselspiel aus präziesen sachlichen Fragen und der aufkommenden Geilheit, die für sich alleine peinlich wäre, zeichnet Kontakt aus. Die Sprecherin und der Sprecher vermitteln diesen Balanceakt wunderbar einfach und ungekünstelt. Der prima Einfall mit dem Bart rundet das ganze ab.
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